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Gänsebraten ist eines der traditionellen Gerichte zu Weihnachten.
Gänsebraten ist eines der traditionellen Gerichte zu Weihnachten.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 255: Sind Weihnachtsbraten weiblich?

Von Jana Zeh

Jedes Jahr zu Weihnachten frage ich mich, ob wir wirklich alle nur weibliches Geflügel, also Gänse und Enten und keine Ganter und Erpel, auf dem Teller haben. Ich habe mal eine Reportage gesehen, da wurden alle männlichen Hühner aussortiert und geschreddert. Können Sie mir sagen, was letztendlich der Weihnachtsbraten ist? (fragt Anne-Kathrin T. aus Berlin)

"Die Bezeichnung Ente oder Gans ist vor allem als Oberbegriff zu verstehen", erklärt Christiane von Alemann von der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die Bezeichnung Ente oder Gans geben in diesem Fall keinen Hinweis auf das Geschlecht der Tiere. Tatsächlich verzehren wir sowohl die weiblichen als auch die männlichen Tiere.

In konventionellen Brütereien werden männliche Küken aussortiert.
In konventionellen Brütereien werden männliche Küken aussortiert.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Das gilt auch für die Hühner, die man in der Suppe oder als Broiler, Göckeles bzw. Brathähnchen, je nachdem in welcher Gegend Deutschlands man lebt, übers ganze Jahr hinweg genießt. Auch von diesen Geflügelarten landen sowohl weibliche als auch männliche Tiere auf dem Tisch. Lediglich in der Zucht von Legehennen zum Eierlegen werden die männlichen Küken in Brütereien kurz nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet. Sie dienen unter anderem Reptilien oder Greifvögeln als Futter und werden an Zoos und Tierparks abgegeben.

Gänse nur als Paare halten

Die meisten Gänsehalter wissen, dass ihre Tiere artgerecht nur in Paaren gehalten werden sollten, denn Gänse leben von Natur aus monogam. Hat sich ein Gänsepaar erst einmal gefunden, dann bleiben die Tiere meistens ein Leben lang zusammen. In freier Natur können das mehr als 20 Jahre sein.

Da die meisten Gänsehalter die Tiere wegen ihres Fleisches anschaffen, müssen, wenn es zum Schlachten geht, alle Tiere gleichzeitig oder zeitnah getötet werden, denn Gänse können ähnlich wie Menschen trauern, manche auch sehr lautstark. Zudem separieren sie sich nach dem Tod ihres Partners von der Gruppe und paaren sich manchmal sogar zeitlebens nie mehr mit einem anderen Tier.

In großen Geflügelzuchtbetrieben wird diese Paarhaltung oftmals nicht eingehalten. Hier müssen fünf oder mehr Gänse mit einem Ganter zusammengebracht werden. Die Aufzuchtzeiten liegen zwischen 12 und 20 Wochen. Ob frisch oder tiefgekühlt, auch hier wird kein Unterschied zwischen Gans oder Ganter gemacht.

Lieber Hähne als Thanksgiving-Braten

Auch bei dem in den USA zu Thanksgiving beliebte "Turkey" handelt es sich nicht immer um einen Truthahn, es kann auch ein weibliches Tier sein. Allerdings sind die männlichen Tiere als Braten beliebter, weil sie bis zu 7,5 Kilogramm auf die Waage bringen können. In Deutschland werden die Tiere als Puten verkauft und oftmals nur in Teilstücken konsumiert.

Übrigens: Enten werden im Unterschied zu Gänsen in Deutschland das ganze Jahr über geschlachtet. Im Jahr 2011 wurden in allen Geflügelschlachtereien Deutschlands rund 25 Millionen Enten und nur 530.000 Gänse für den Verzehr getötet.

Quelle: n-tv.de

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