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Die Skulptur des Sylter Künstlers Stephan Kirchner nimmt das Verhalten von Hunden mit einem Augenzwinkern auf.
Die Skulptur des Sylter Künstlers Stephan Kirchner nimmt das Verhalten von Hunden mit einem Augenzwinkern auf.

Frage & Antwort, Nr. 417: Warum buddeln Hunde?

Von Jana Zeh

Ich kann meinen Hund nicht daran hindern, große Löcher im Garten zu buddeln. Meistens tut er das am späten Abend oder wenn er alleine im Garten ist. Warum macht er das? (fragt Lena E. aus Eschenbach)

Hundehalter kennen das: Kaum lassen sie ihr Tier mal aus den Augen, gräbt der auch schon ein Loch im Erdbeerbeet oder noch schlimmer: auf dem englischen Rasen der Nachbarn. Manche Hunde können sich mit so viel Leidenschaft ins Erdeschaufeln versenken, dass sie jegliches Kommando überhören und schließlich ganz im gebuddelten Loch verschwinden. Doch aus welchem Grund zerstören Hunde so gern die mit viel Mühe angelegten Gartenlandschaften?     

Buddeln ist ein normales Hundeverhalten.
Buddeln ist ein normales Hundeverhalten.(Foto: imago stock&people)

"Dass Hunde buddeln, ist relativ normal", sagt die Hundetrainerin Carola Baum. Gründe dafür gibt es reichlich. "Buddeln kann ein spielerisches, jagendes oder hyperaktives Benehmen sein", erklärt Baum. Das kommt auf den Hund und die Situation an. "Hundehalter, die ihren Tieren das 'eigenständige Gartengestalten' abgewöhnen wollen, müssen erst einmal erkennen, aus welchem Antrieb heraus der Hund gräbt", so die Expertin weiter. Zerstörungswut oder Rache fallen als Motive jedoch aus, denn Hunde buddeln nicht nur in liebevoll angelegten Gärten, sondern überall.

Langeweile und Aufmerksamkeitshascherei

"Es kann sein, dass sich das Tier schlicht und ergreifend langweilt", sagt Baum. Genauso möglich ist, dass der Hund buddelt, weil er Aufmerksamkeit sucht. Ganz oft hat er dann bereits gelernt, dass er diese durchs Buddeln bekommt. In den meisten Fällen ist das Buddeln unerwünschtes Verhalten. Der Hund wird deshalb verwarnt, beschimpft oder anderweitig angesprochen – und bekommt so tatsächlich die Aufmerksamkeit, die er gewollt hat.

Bevor sich ein Hund ins Buddeln vertieft, sollte er davon abgehalten werden.
Bevor sich ein Hund ins Buddeln vertieft, sollte er davon abgehalten werden.(Foto: imago stock&people)

Auch ein Igel, ein erjagter Maulwurf oder ein ausgebuddeltes Mäusenest sind Grund genug für einen Hund, weiterhin, manchmal sogar an der gleichen Stelle, zu graben. Der Hund erwartet ein ähnliches Erlebnis oder er jagt auf diese Weise. Das kommt auf die Rasse an. Ein weiterer Grund fürs Buddeln könnte Hitze sein. Finden Hunde bei hohen Temperaturen kein geeignetes Schattenplätzchen und auch keine andere Möglichkeit, sich abzukühlen, kann aufgewühlte Erde die nötige Kühle für das Tier bringen. In diesem Fall legen sich die Hunde in die Löcher, die sie vorher gebuddelt haben.

Um den Tieren das ungewünschte Verhalten abzugewöhnen, muss die Ursache für das Buddeln gefunden und, wenn möglich, beseitigt werden. Das ist bei Langeweile, Aufmerksamkeitsdefizit und Hitze relativ leicht. Gräbt das Tier trotzdem weiter, ist es wichtig, das Schaufeln zu unterbinden. Das kann nur durch Anleinen passieren, noch bevor das Tier beginnt zu graben. "Es ist wichtig, den Hund erst mal eine Weile davon abzuhalten, das unerwünschte Verhalten zu zeigen", erläutert Baum diese Vorgehensweise. Als Alternative zum Graben könnten spezielle Dummy-Trainings mit dem Futterbeutel, Fährten- oder andere Suchspiele Erfolg versprechen.

Buddeln ist gut für den Hund

Das Buddeln an sich hat eine Reihe positiver Auswirkungen auf die Hunde. Sie können dadurch Stress abbauen, ihre Muskulatur trainieren, ihren Jagdtrieb befriedigen und sich zudem selbst die Krallen kürzen. Exzessives Buddeln kann jedoch für den Hund auch zur Gefahr werden. Wenn ein Hund zu stark ausschachtet, kann er sich durch nachrutschende Erde selbst begraben.

Genauso gefährlich kann das Aufscharren von unterirdischen Bauten anderer Tiere sein. In diesen könnten die Hunde steckenbleiben oder hinabfallen oder von deren Bewohnern gebissen werden. Hundehalter sollten also immer die Kontrolle über ihre Tiere haben. Am besten ist es, einen Platz zu finden oder selbst zu gestalten, an dem der Liebling ohne Gefahren schaufeln kann.

Diese Stelle kann sich auf dem täglichen Spaziergang befinden oder sogar auf dem eigenen Grundstück angelegt werden. Dem Hund muss man dann beibringen, nur dort zu buddeln, wo es ihm erlaubt ist.

Übrigens: Wenn eine Hündin buddelt, kann das mit ihren Hormonen zusammenhängen. Läufige Hündinnen fangen an zu graben, um sich eine Wurfhöhle zu bauen. Sie bereiten sich so auf die Geburt ihres Nachwuchses vor, selbst wenn sie nicht trächtig sind. In solchen Fällen sollte über eine Sterilisation nachgedacht werden.

Quelle: n-tv.de

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