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Auch in Manila wird zum Weihnachtsfest ein Baumersatz aufgestellt und geschmückt.
Auch in Manila wird zum Weihnachtsfest ein Baumersatz aufgestellt und geschmückt.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 151: Welcher Weihnachtsbaum ist der beste?

von Jana Zeh

Jedes Jahr werden hunderttausende Bäume geschlagen, um in Wohnzimmern bunt dekoriert zu Weihnachtsbäumen zu werden. Welches ist denn der ökologisch unbedenklichste Baum zu Weihnachten? (fragt Michael M. aus Halle)

Der Tannenverkäufer an der Ecke hat meistens Bäume aus Plantagen.
Der Tannenverkäufer an der Ecke hat meistens Bäume aus Plantagen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Der selbstgeschlagene Baum, der aus einem Wald kommt, in dem Bäume zum Selbstschlagen freigegeben sind, ist der beste Baum zu Weihnachten", sagt Johannes Enssle, Referent für Waldwirtschaft und Forstpolitik beim NABU. Besonders gut ist es, wenn die Bäume zudem zertifiziert sind. Die Bäume der Berliner Forsten beispielsweise sind nach hohen Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert. Man sollte also versuchen, den Weihnachtsbaum nur von solchen Betrieben zu beziehen, die auf jeglichen Mineraldünger- und Pestizideinsatz verzichten und dies auch durch regelmäßige externe Kontrollen überprüfen lassen. In Deutschland gibt es nur zwei Gütezeichen, die diese Bedingungen glaubwürdig bestätigen: das Naturland-Zeichen und das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC). "Selbstgeschlagene Bäume aus Beständen mit diesen Siegeln sind aus ökologischer Sicht daher die besten", erklärt Enssle.

Nun ist es aber so, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, einen Baum mit Zustimmung des jeweiligen Waldbesitzers selbst aus dem Wald zu holen. Aber auch beim gewöhnlichen Weihnachtsbaumkauf kann man auf einige Dinge achten, um ein ökologisch möglichst unbedenkliches Schmuckstück zu erwerben. "Fragen Sie vor dem Kauf den Weihnachtsbaumverkäufer nach dem Herkunftsland der Bäume und einer Zertifizierung", rät Enssle. Viele Weihnachtsbäume in Deutschland kommen von weit her, aus Dänemark oder sogar aus Irland. Dort werden die Bäume in Plantagen angebaut. Hier werden ähnlich wie in der Landwirtschaft Pestizide, Insektizide und Dünger eingesetzt. Auch rund 80 Prozent der Weihnachtsbäume in Deutschland stammen aus solchen Plantagen.

Der Trend geht immer mehr zum frühen Weihnachtsbaum, der schon Anfang Dezember aufgestellt wird.
Der Trend geht immer mehr zum frühen Weihnachtsbaum, der schon Anfang Dezember aufgestellt wird.(Foto: picture alliance / dpa)

Wer sich scheut, im Vorweihnachtsstress auch noch verschiedene Weihnachtsbaumverkaufsstände nach einem Öko-Baum zu durchsuchen, der bekommt Hilfe aus dem Internet. Die Umweltorganisation "Robin Wood" hat zusammengetragen, wo man bundesweit einen Öko-Baum bekommen kann. Wer keinen dieser Bäume mehr abbekommt, der sollte wenigstens auf einem Baum bestehen, der bei Durchforstungen geschlagen wurde. Diese werden oftmals von den Forstämtern angeboten. Eine rechtzeitige Anfrage beim Förster lohnt meistens.

Weihnachtsbaum im Topf?

"Grundsätzlich ist gegen einen Weihnachtsbaum im Topf nichts einzuwenden, denn diese Bäume nadeln erst nach einiger Zeit", sagt Enssle. Allerdings ist die Aussicht auf ein Anwachsen nach dem Fest sehr gering. Entweder sind die Wurzeln des Bäumchens beim Eintopfen zu sehr beschädigt, so dass ein Anwachsen nicht mehr möglich wird, oder der Baum hat sich durch die Wärme der Wohnung innerlich schon so sehr auf den Frühling eingestellt, dass er durch die Kälte, in die er dann gebracht wird, eingeht.

Was ist mit dem mehrfach verwendbaren Plastikbaum?

Johannes Enssle ist Referent für Waldwirtschaft und Forstpolitik beim NABU.
Johannes Enssle ist Referent für Waldwirtschaft und Forstpolitik beim NABU.

"Der steht hier aus mehreren Gründen gar nicht zur Debatte", wirft Enssle ein. Es gehe doch viel mehr darum, ein Naturprodukt zum Fest zu haben und kein künstliches Gebilde. Ein echter Baum kann nach Gebrauch kompostiert oder im Ofen verheizt werden. Ein Plastikbaum dagegen belastet die Umwelt schon während der Produktion. Nach einiger Zeit wird er aussortiert und landet schließlich im Müll. Hier ist er eine erneute Umweltbelastung.

Die Qual der Wahl

Egal ob Öko-Baum oder nicht: bevorzugt werden sollten heimische Bäume wie Weißtanne, klassische Fichte oder auch die Kiefer. Um lange Freude am Weihnachtsbaum zu haben, gibt es ein paar Tricks: Den Baum vor dem Aufstellen möglichst draußen lagern. Am besten langsam an die Temperaturen in der Wohnung gewöhnen. Vor dem Schmücken nochmals anschneiden und kräftig wässern oder aber gleich in einen Ständer mit Wasser stellen, dem man etwas Zucker zugibt.

Übrigens. Auch der Schmuck am Baum sollte ökologisch sein. Schnee- und Glitzerspray sowie Lametta haben an einem Öko-Baum nichts zu suchen. Vielmehr sind Strohsterne, Weihnachtskekse und Äpfel angesagt.

Quelle: n-tv.de

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