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Heute am Pool, morgen im Bett - mit Fieber. Manchmal erwischt es einen auch im Sommer.
Heute am Pool, morgen im Bett - mit Fieber. Manchmal erwischt es einen auch im Sommer.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 387: Wie erkältet man sich im Sommer?

Von Andrea Schorsch

Kaum fing der Sommer an, war ich erkältet. Niemand um mich herum hatte Schnupfen oder Halsweh. Nur ich. Wie erkältet man sich bei 25 Grad? (fragt Judith K. aus Hamburg)

"Ganz einfach", sagt Dr. med. Thomas Aßmann auf unsere Leserfrage. "Auch im Sommer fliegen Viren durch die Gegend, ähnlich wie im Winter. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, im Sommer eine Grippe oder Virusinfektion zu bekommen, nicht wesentlich geringer als im Winter."

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Dabei scheinen wir Keimen im Sommer doch viel mehr entgegenzusetzen zu haben. Wir bewegen uns mehr als in den dunklen Monaten, essen vielleicht auch mehr Obst und sind noch dazu gut drauf. Stärkt das nicht das Immunsystem? "Es stimmt, im Sommer gibt es positive Effekte", sagt Aßmann, "aber es gibt auch einige negative: Es ist lange hell und deshalb sind wir vielleicht länger auf und schlafen weniger. Wir überanstrengen uns in der Hitze, schwitzen sehr viel und trinken zu wenig. Das sind Faktoren, die unseren Körper und damit eben auch das Immunsystem stressen. Dann sind wir für Virusinfekte anfälliger."

Schwitzen, frösteln, schwitzen, frösteln ...

Auch der Wechsel von Warm nach Kalt und zurück, wie wir ihn im Sommer immer dann erleben, wenn wir aus der Hitze in kühle Räume kommen oder aus dem erfrischenden See zurück aufs Badetuch, ist Aßmann zufolge problematisch. "Wenn Sie frösteln", sagt der in Lindlar niedergelassene Facharzt für Innere Medizin, "ist das Immunsystem unter Stress". Wer aus dem Wasser kommt und sich nicht in die Sonne legen will, sollte sich – so Aßmanns Hinweis – erstmal abtrocknen. "Denn in der Wärme verdunstet sonst das Wasser auf der Haut. Das ist zwar angenehm frisch, aber im Schatten kühlt man dann auch recht schnell aus." Natürlich könnte man sich nach dem Baden auch einfach in die Sonne legen, das schützt vor Kälte. Aber zugleich erhöht es das Risiko für einen Sonnenbrand. Jeder Wassertropfen auf der Haut wirkt wie ein Brennglas.

Auch Zugluft sollte man vermeiden, wenn man Viren fernhalten will. Denn Zugluft trocknet die Schleimhäute aus. Die können Krankheitserreger dann schlechter abwehren. Um die Schleimhäute feucht zu halten und die beim Schwitzen verlorene Flüssigkeitsmenge wieder aufzunehmen, ist es dringend nötig, viel zu trinken. "Offiziell heißt es, dass die Getränke an heißen Tagen am besten lauwarm sein sollten", sagt Aßmann. "Ich persönlich würde eine Mischung zwischen kalt und lauwarm empfehlen. Das ist einfach erfrischender."

Und es sollte auch nicht immer reines Wasser sein, das man trinkt. "Optimal ist das nicht", sagt der Mediziner, "denn beim Schwitzen verliert man Salz, das man dem Körper wieder zuführen muss. Und mit Wasser allein gelingt das nicht." Also isst man vielleicht mal eine lauwarme Hühnersuppe oder trinkt eine Brühe. Oder aber man folgt Aßmanns noch viel attraktiverem Tipp: "Es gibt da ein isotonisches Getränk, das ziemlich gut ist für den Salz- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers im Sommer", sagt er. "Alkoholfreies Weizenbier nämlich." - Na dann Prost! Auf einen erkältungsfreien Sommer!

Quelle: n-tv.de

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