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Seit 1905 gilt Coca-Cola als Erfrischungsgetränk. Bis dahin war sie rund 20 Jahre lang als Medizin beworben und verkauft worden. Heute kennt man einige "Nebenwirkungen".
Seit 1905 gilt Coca-Cola als Erfrischungsgetränk. Bis dahin war sie rund 20 Jahre lang als Medizin beworben und verkauft worden. Heute kennt man einige "Nebenwirkungen".(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Frage & Antwort, Nr. 416: Wie schädlich ist Cola?

Von Andrea Schorsch

Cola wird allerlei nachgesagt. Jahrzehnte hielt sich das Gerücht, sie könne über Nacht ein Stück Fleisch zersetzen. Ein Mythos. Wahr aber ist, dass ein rostiger Nagel - legt man ihn in Cola - blank wird. Und wie wirkt sich das Getränk auf den Körper aus?

Cola ist wahrlich nicht das, was man gesund nennt. Sie enthält keinerlei Vitamine, dafür aber Phosphorsäure, Koffein und viel Zucker – zumindest in der klassischen Variante. "In 200 Millilitern Cola, also einem Glas, stecken 21 Gramm Zucker", weiß Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Und damit wir uns unter diesen Angaben etwas vorstellen können, fügt sie hinzu: "Das sind etwa sieben Stück Würfelzucker."

Wer viel Cola konsumiert, läuft daher Gefahr, Übergewicht zu entwickeln. Das wiederum kann Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs nach sich ziehen. Bei Kindern und Jugendlichen wirkt sich ein hoher Konsum von Süßgetränken (also nicht nur von Cola) auch auf den Stoffwechsel in den Knochen aus: Deren Mineralgehalt nimmt ab. - So viel allein zum Zucker.

Zähne leiden, auch ohne Zucker

Auch die in Cola enthaltene Phosphorsäure kann gravierende Folgen haben. Es gibt Hinweise darauf, dass sie zu Osteoporose führt. Im Lauf einer Studie zeigte sich, dass Frauen, die regelmäßig Cola tranken, eine geringere Knochendichte hatten. Das war schon bei einem Konsum von weniger als drei Glas Cola pro Woche feststellbar. Allerdings ist noch nicht abschließend geklärt, ob es tatsächlich die Cola war, die die Knochen angegriffen hatte.

Fest steht, dass ein hoher Blutphosphatspiegel die Blutgefäße schädigen kann. Entzündungen und Verkalkungen kommen dann häufiger vor, das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen steigt. Und schließlich sind da noch die sogenannten Erosionsschäden: Wer täglich Cola trinkt, trägt durch die Phosphorsäure zur Zerstörung des Zahnschmelzes bei. Der Zahn wird demineralisiert, er wird empfindlicher, brüchiger und verliert an Substanz. Zahnärzte können ein Lied davon singen, sie sehen das häufig bei ihren Patienten. Die haben allerdings nicht immer zu viel Cola getrunken. Auch die Säure in Orangensaft und Rotwein kann dem Zahnschmelz gefährlich werden.

Moderater Wachmacher

Und wie ist, nach Zucker und Phosphorsäure, der Koffeingehalt von Cola zu bewerten? "150 Milliliter Kaffee, das ist eine Tasse, enthalten 60 bis 120 Milligramm Koffein", sagt Olias, "die gleiche Menge Cola dagegen nur etwa 10 bis 14 Milligramm." Cola ist also der moderatere Wachmacher. Drei bis vier Tassen Kaffee kann ein gesunder Mensch über den Tag verteilt guten Gewissens trinken. "In Maßen ist Koffein für den Erwachsenen nicht schädlich", so der Hinweis der Ernährungsexpertin. Es wirkt anregend auf das zentrale Nervensystem, steigert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Wer allerdings Bluthochdruck hat, sollte Kaffee – und herkömmliche Cola – besser meiden. Denn Koffein wirkt sich auch auf das Herz aus: Es erweitert die Kranzgefäße und erhöht den Puls. In großen Mengen konsumiert kann es, wie Olias sagt, "zu Unruhe, Zittern, Magenbeschwerden, Schweißausbrüchen und Herzrasen führen" – auch bei Gesunden.

Doch Cola gibt es ohne Koffein, dann ist sie auch gleich zuckerfrei. Natriumcyclamat, Acesulfam K und Aspartam sind es, die Cola light und zero ihre Süße verleihen. Ist diese kalorienfreie Variante grundsätzlich gesünder? "Auch da gilt die Devise: Die Dosis macht das Gift", sagt Olias und fügt hinzu: "Ein maßvoller Konsum von Süßstoffen gilt derzeit als sicher." Wie viel Süßstoff man mit zuckerfreier Cola zu sich nimmt, bleibt dem Verbraucher aber verborgen – und damit ebenso, ab welchem Glas die Unbedenklichkeitsgrenze überschritten ist. Eines ist aber klar: Um die Phosphorsäure kommt man auch mit koffeinfreier Cola light nicht herum. Eine Cola-Variante, die so gesund ist wie ein Glas Wasser, gibt es einfach nicht.

Quelle: n-tv.de

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