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Fundsache Nr. 7332000 Jahre alte Urnen-Friedhöfe

22.10.2009, 13:47 Uhr

Bei Grabungen entlang einer neuen Erdgastrasse haben Archäologen in Vorpommern mehr als 2000 Jahre alte Gräberfelder entdeckt.

Bei Grabungen entlang einer neuen Erdgastrasse haben Archäologen in Vorpommern mehr als 2000 Jahre alte Gräberfelder entdeckt. Zwei Urnen-Friedhöfe stammen aus der Zeit etwa 200 vor Christus, der Zeit der Germanen, ein Gräberfeld ist noch älter, wie Lars Saalow vom Landesamt für Denkmalpflege Schwerin sagte. Die Funde nahe Steinfurth zwischen Greifswald und Lubmin seien vor allem regionalgeschichtlich wichtig. Die je etwa 30 bis 50 Urnen sollen im Landesamt untersucht werden. Bei den Germanen wurden Tote auf Scheiterhaufen verbrannt, ihre Überreste in Urnen bestattet.

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Von Archäologen freigelegte Urne auf dem Gräberfeld Steinfurth. (Foto: dpa)

Die Begräbnisstätten gehörten vermutlich zu Siedlungsstätten, die ebenfalls in der Nähe entdeckt wurden. Die Region an der Ostseeküste soll schon in der vorrömischen Eisenzeit dicht besiedelt gewesen sein. "Es könnte sein, dass in den etwa 35 Zentimeter hohen Urnen - handgetöpferte Keramik - auch noch Grabbeigaben gefunden werden", erklärte Saalow. Da solcher Schmuck aber zumeist aus Eisen war, sei der Zustand der Beigaben nach mehr als 2000 Jahren mehr als ungewiss. Einer der beiden Urnenfriedhöfe wurde sehr gut erhalten etwa 40 Zentimeter unter einer Wiese entdeckt, der zweite in nicht ganz so gutem Zustand unter einem Acker.

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Das Freilegen der Urnen ist mühsame Kleinarbeit und erfordert große Sorgfalt. (Foto: dpa)

Die Grabungen stehen im Zusammenhang mit dem Bau der 470 Kilometer langen Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (Opal) von Lubmin nach Olbernhau (Sachsen), die russisches Erdgas aus der geplanten Ostsee-Pipeline verteilen soll. Der Bau hat bereits begonnen, die Trasse soll im Oktober 2011 fertig sein. Die Leitung wird von der Opal Nel Transport GmbH (Kassel) gebaut und betrieben. Im Zuge der Erkundung gab es zahlreiche archäologisch Funde, auch in Brandenburg und Sachsen.

Quelle: dpa