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Das etwa 4000 Jahre alte Holzgefäß im Labor.
Das etwa 4000 Jahre alte Holzgefäß im Labor.(Foto: Wenger/Cornelissen/Redha/Archäologischer Dienst des Kantons Bern/dpa)
Mittwoch, 26. Juli 2017

Fundsache, Nr. 1356: 4000 Jahre alte Proviantbox in den Alpen

Gletscher in den Alpen geben immer wieder sehr alte Dinge preis. Nun machen Wissenschaftler in einer Holzdose aus der Bronzezeit interessante Funde. Sie zeigen: Die Menschen nahmen auf ihrem Weg über die Berge Proviant mit, wie heutige Wanderer auch.

In einer bronzezeitlichen Proviantbox aus den Alpen haben Forscher Getreidereste entdeckt. Die etwa 4000 Jahre alte Holzdose enthalte Substanzen, wie sie heute in Vollkornbrot zu finden seien, teilte das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena mit.

Das Holzgefäß an seinem Fundort in den Schweizer Alpen nahe des Lötschenpasses.
Das Holzgefäß an seinem Fundort in den Schweizer Alpen nahe des Lötschenpasses.(Foto: Wenger/Cornelissen/Redha/Archäologischer Dienst des Kantons Bern/dpa)

Getreidefunde aus der Bronzezeit seien von Höhlen bekannt, bisher jedoch nicht aus derartigen Gefäßen. Der Fund gebe Anhaltspunkte, wie Getreide in dieser Zeit genutzt und verbreitet wurde. Zudem haben die Forscher auch neue Wege zum Nachweis von Getreide entwickelt. Das internationale Team berichtet darüber in den "Scientific Reports".

Reste von Gerste, Dinkel und Emmer

Die Holzdose mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern aus der frühen Bronzezeit sei 2012 auf rund 2700 Metern Höhe in den Berner Alpen nahe des Lötschenpasses gefunden worden. Auf dem Boden der Dose wurden nun Reste von Gerste, Dinkel und Emmer entdeckt, darunter Samenschalen und Spreu.

Unklar sei, ob das Gefäß auf Handelsrouten hinweise, auf Viehhaltung in höheren Lagen oder auf Jäger. "Auf jeden Fall wirft die Entdeckung neues Licht auf das Leben in den prähistorischen Gemeinschaften innerhalb der Alpenregion und auf den Umgang der Menschen mit den extremen Höhenverhältnissen", sagte Mitautor Francesco Carrer von der britischen Universität Newcastle. "Die Leute haben auf ihrem Weg über die Berge Proviant mitgenommen, wie heutige Wanderer auch. Unsere Forschung trägt dazu bei, zu verstehen, welche Lebensmittel sie dafür nutzten."

Das Gefäß enthalte zudem Alkylresorcine, die auch in heutigen Vollkornprodukten vorkämen. Von keinem archäologischen Fundstück sei bisher über diese Stoffe berichtet worden. Sie seien etwa in Weizen- und Roggenkleie vorhanden. Nun wollen die Forscher auch Keramikgefäße auf die Stoffe untersuchen. Das könnte helfen, die Anfänge des Ackerbaus zu erforschen, so die Jenaer Forscherin Jessica Hendy.

Quelle: n-tv.de

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