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Fundsache, Nr. 984: Bronzeschwert eines Herrschers

Bei Grabungen an der künftigen ICE-Strecke Erfurt-Halle-Leipzig haben Archäologen ein 3400 Jahre altes Bronzeschwert aus dem Umfeld des Fundortes der Himmelsscheibe von Nebra gefunden.

Der wertvolle Fund.
Der wertvolle Fund.(Foto: dpa)

Die etwa 35 Zentimeter lange Waffe wurde im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle präsentiert und wird voraussichtlich ab dem kommenden Jahr in der Dauerausstellung des Museums zu sehen sein.

"Das Bronzeschwert lag als Beigabe im Grab eines regionalen Herrschers der mittleren Bronzezeit", sagte Landesarchäologe Harald Meller. Die Archäologen hatten über das bereits 2009 in Oechlitz (Saalekreis) gefundene Bronzeschwert bisher nicht berichtet. Bei den Grabungen wurde auch ein etwa 400 Meter langer prähistorischer Weg mit zwei Fahrspuren aus der Bronzezeit entdeckt.

"Die Funde sind ein Glücksfall, weil wir dadurch die Menschen der Himmelsscheibe besser verstehen", sagte Meller. "Diese Herrscher kontrollierten offenbar die Verkehrswege und damit auch die Warenströme durch das mitteldeutsche Gebiet." Aber nach dem Bedeutungsverlust der Scheibe vor 3600 Jahren sei die Macht der Herrscher vermutlich zurückgedrängt worden, was anhand der nicht mehr so prunkvollen Grabbeigaben erkennbar sei, sagte Meller.

Entlang der 64 Kilometer langen ICE-Strecke durch den Süden Sachsen-Anhalts wurden zwischen 1994 und 2010 insgesamt mehr als 400.000 Funde aus über 1000 Gräbern und früheren Siedlungen geborgen. Die ältesten Funde sind 7300 Jahre alte Keramikscherben aus der Jungsteinzeit.

Quelle: n-tv.de

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