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Fundsache, Nr. 1218: Grab belegt Macht der Frauen im alten Peru

Die Überreste wurden in El Brujo, rund 570 Kilometer von Lima entfernt, entdeckt.
Die Überreste wurden in El Brujo, rund 570 Kilometer von Lima entfernt, entdeckt.(Foto: picture alliance / dpa)

Frauen haben nach Einschätzung von Archäologen vor mehr als 1000 Jahren Peru beherrscht. Der bereits achte Grabfund einer Priesterin der Moche-Kultur innerhalb von gut zwei Jahrzehnten bestätige diese These, teilten Archäologen mit. "Dies verdeutlicht, dass Frauen in diesem Gebiet nicht nur Rituale leiteten, sondern dass sie hier herrschten und Königinnen der Moche-Kultur waren", sagte der Projektleiter Luis Jaime Castillo. "Bei unseren Ausgrabungen fanden wir nur Gräber von Frauen, nie von Männern."

Castillo beschrieb die "eindrucksvolle 1200 Jahre alte Grabkammer" als L-förmig. "Sie ist aus Ton geformt und mit Kupferplatten in Gestalt von Wellen und Seevögeln ausgekleidet." Keramikgaben waren in zehn kleinen Nischen am Rand verborgen. Neben der Priesterin fanden die Forscher die Überreste von fünf Kindern, darunter zwei Babys, und zwei Erwachsenen. "Sie wurden alle geopfert", sagte Castillo.

Das Grab wurde Ende Juli in der Provinz La Libertad im Norden Perus gefunden. Der verantwortliche Archäologe Julio Saldana sagte, der Fund belege, dass das Dorf San José de Moro ein Friedhof der Moche-Elite war. Die eindrucksvollsten Gräber gehörten Frauen.

2006 wurde die "Dame von Cao" entdeckt - sie starb vor etwa 1700 Jahren und gilt als eine der ersten weiblichen Herrscher in Peru. Die Moche-Kultur prägte etwa vom ersten bis zum achten Jahrhundert die Nordküste Perus - lange bevor sich das Inka-Reich in der Andenregion etablierte.

Quelle: n-tv.de

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