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Fische verrieten das Wrack der McCulloch.
Fische verrieten das Wrack der McCulloch.(Foto: AP)

Fundsache, Nr. 1354: Hundert Jahre altes Wrack vor US-Küste

1917 sinkt ein Schiff der US-Küstenwache. Zuvor hatte es einen Krieg überstanden und als Gerichtssaal gedient. Erst jetzt entdecken Forscher die "McCulloch" in 90 Metern Tiefe. Fische geben den wichtigsten Hinweis zum Fundort.

Am 13. Juni 1917 umhüllt dichter Nebel Südkalifornien. Die "USCGC McCulloch", ein Schiff der US-Küstenwache, läuft trotzdem aus, um ihren Dienst zu absolvieren. Ein fataler Fehler, denn die Besatzung übersieht einen Passagier-Dampfer. Es kommt zu einem Zusammenstoß, die "McCulloch" sinkt innerhalb von 35 Minuten auf den Meeresgrund. Die Crew kann gerettet werden.

So sah die USCGC McCulloch einst aus.
So sah die USCGC McCulloch einst aus.(Foto: AP)

100 Jahre nach dem Unglück haben die US-amerikanische Ozeanbehörde Noaa und die Küstenwache das Wrack des Unglücksschiffs wiederentdeckt. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur AP. Bei einer Routineuntersuchung spürten die Experten das Schiff etwa 240 Kilometer nordwestlich von Los Angeles auf. Zuvor waren sie bereits stutzig geworden. Denn in der Gegend befinden sich auffällig viele Fische. Ein Indiz dafür, dass sie auf dem Meeresgrund gute Lebensbedingungen vorfinden und demnach auch viele Möglichkeiten haben, sich zu verstecken.

Starke Strömung rund um das Wrack

Fünf Kilometer vor der Landzunge Point Conception fanden die Forscher schließlich das Schiff. Es liegt in 90 Metern Tiefe. Und dort soll es auch bleiben, denn die starke Strömung macht es schier unmöglich, das Wrack zu bergen. Ein Tauchroboter machte Fotos von dem Schiff. Erkennbar ist dabei unter anderem auch ein mit Anemonen bedecktes Torpedorohr.

Die "McCulloch" wurde Ende des 19. Jahrhunderts in den Dienst gestellt. Ihren ersten Einsatz hatte das Schiff während des Spanisch-Amerikanischen Krieges in der Schlacht um die Manilabucht auf den Philippinen im Jahr 1898.

Nach dem Krieg wurde das Schiff zur Patrouille an der US-Westküste eingesetzt. Später wurde es zwischenzeitlich an die Küste Alaskas geschickt, um auf den Pribilof-Inseln Regeln für die Jagd auf Seehunde durchzusetzen. Außerdem diente es in der abgelegenen Gegend als schwimmender Gerichtssaal.

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Quelle: n-tv.de

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