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Fundsache, Nr. 911: Neues vom Saurierfriedhof

Der eine sah aus wie ein riesiges Nashorn mit einem lächerlich großen Kopf, der andere hatte gleich 15 Hörner auf dem Schädel: Im Süden Utahs stießen Forscher auf Knochen bisher unbekannter Dinosaurier.

Utahceratops gettyi (oben) und Kosmoceratops richardsoni in der Rekonstruktion.
Utahceratops gettyi (oben) und Kosmoceratops richardsoni in der Rekonstruktion.(Foto: Utah Museum of Natural History)

Wissenschaftler haben zwei neue, gehörnte Dinosaurierarten in den USA entdeckt. Die Knochen der Pflanzenfresser lagen in einem einsamen Naturschutzgebiet im Süden Utahs, im Grand Staircase­Escalante National Monument. Dort wurden bereits viele Saurier ausgegraben, berichtet Scott Sampson von der Universität Utah im Online-Wissenschaftsjournal "PLoSOne". Die neuen Funde machten das Gebiet zum vielversprechenden Saurierfriedhof.

Utahceratops gettyi, dessen Skelett aus sechs Individuen fast komplett rekonstruiert werden konnte, war etwa zwei Meter hoch und sieben Meter lang. Nach Angaben der Forscher sah der Saurier aus wie ein riesiges Nashorn mit einem "lächerlich großen Kopf" . Er ähnelte stark den anderen typischen Ceratopsiden wie etwa dem Triceratops.

Pflanzenfresser aus dem Sumpf

Der zweite, etwas kleinere Saurier mit dem wissenschaftlichen Namen Kosmoceratops richardsoni, stellt dagegen den am stärksten gehörnten Saurier der Gruppe dar, berichten die Forscher. Er besaß 15 Hörner am Schädel: eins auf der Nase, je eins über den Augen und den Wangenknochen und zehn zum Teil nach vorne gebogene Spitzen entlang des typischen Knochenkranzes an der Hinterkante des Kopfes. Beide Dinosaurierarten lebten vermutlich in sumpfigen Ebenen.

Die Tiere stammen aus der späten Kreidezeit vor etwa 76 Millionen Jahre. Damals war das westliche Nordamerika vom Osten durch ein flaches Meer getrennt und bildete den Kontinent Laramidia. Trotz einer Landfläche, die nur etwa dem heutigen Australien entsprach, entwickelten sich dort erstaunlich viele Arten großer Saurier.

Der Vergleich der Spezies zeige, dass es sogar eine geografische Variation von Norden nach Süden gab, heißt es in dem Bericht. Dies deute darauf hin, dass sich in der Mitte des Kontinents eine Barriere befunden haben könnte, die die Vermischung der Tiere behinderte.

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Quelle: n-tv.de

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