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Fundsache, Nr. 861Seltene Kreaturen im Atlantik

07.07.2010, 16:05 Uhr
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Diese Flügelschnecke wurde 2006 im Golf von Alaska entdeckt. Die bisher größte wissenschaftliche Volkszählung in den Meeren läuft seit zehn Jahren. Forscher aus 70 Ländern sind daran beteiligt. Die Ergebnisse sollen Ende 2010 präsentiert werden. (Foto: picture alliance / dpa)

Wohl mehr als zehn neue Arten haben Wissenschaftler in den Tiefen des Meeres aufgespürt. Darunter sind merkwürdige Würmer ohne Augen und Hirn.

Wissenschaftler haben merkwürdige Kreaturen in den Tiefen des Atlantischen Ozeans entdeckt. Darunter könnten mehr als zehn neue Arten sein, berichteten die Forscher. Sie beteiligten sich am "Census of Marine Life", der größten Volkszählung in den Meeren. Die Experten fanden die ungewöhnlichen Lebewesen entlang des Mittelatlantischen Rückens zwischen Island und den Azoren.

Zu den spektakulären Entdeckungen gehören auch drei mutmaßliche neue Spezies von Enteropneusten. Diese Eichelwürmer haben einen dreigegliederten Körper. "Wir konnten die Kreaturen beobachten, wie sie auf dem Meeresboden fraßen und Spuren in Form von Spiralen hinterließen", berichtete Prof. Monty Priede von der schottischen Universität Aberdeen. Die drei Funde "haben jeweils eine andere Farbe - rosa, violett und weiß - und auffällig unterschiedliche Gestalten".

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Mithilfe des Forschungsroboters ROV können 95 Prozent des Weltmeeresbodens erkundet werden. (Foto: dpa)

Bei einem Wurm konnten die Forscher rudimentäre Schwimmbewegungen beobachten. Die bizarren Lebewesen, die weder Augen noch Gehirn haben, sollen jetzt von Spezialisten an Land untersucht werden.

Die Wissenschaftler beobachteten außerdem Seegurken auf steilen Abhängen und Felsen in der Tiefsee. Die Tiere mit ihrem walzenförmigen Körper - eher bekannt als langsame Kriecher auf dem Meeresboden - präsentierten sich als flotte Schwimmer.

Insgesamt erforschten die Wissenschaftler aus 16 Nationen sechs Wochen lang das Meeresgebiet. Mit Hilfe ihres U-Bootes (ROV) konnten sie Lebewesen zwischen 700 und 3600 Metern Tiefe beobachten. Mehr als 300 Stunden lang war ROV im Taucheinsatz.

Quelle: dpa