Sonntag, 24. August 2008
Fundsache, Nr. 385: Stadttor im Südosten Trojas
Kurz vor dem Ende der diesjährigen Grabungskampagne haben Archäologen in der antiken Stadt Troja eine weitere überraschende Entdeckung gemacht. Der Verteidigungsgraben um die Unterstadt der spätbronzezeitlichen Festung weist in südöstlicher Richtung eine Unterbrechung auf.
Grabungsleiter Prof. Ernst Pernicka hält damit eine weitere Toranlage in dem äußeren Bollwerk für erwiesen. Der Tübinger Experte erläuterte an der Grabungsstelle in der Westtürkei, bisher sei eine Unterbrechung des Grabens für ein Tor im Süden gefunden worden. Im Südwesten wurde eine Toranlage durch magnetometrische Messungen festgestellt.
Der Mythos der antiken Stadt Troja liegt nach Pernickas Worten in den Epen "Ilias" und "Odyssee" des griechischen Dichters Homer begründet. "Sie stehen am Anfang der europäischen Literaturgeschichte und sie werden seit der Antike als Meisterwerke beurteilt", sagte Pernicka.
Zugleich bewertete er die neuen Funde in Troja als bedeutsam zur Bestimmung der Größe der Stadt in der Spätbronzezeit. Der Forscher korrigierte zugleich eine frühere Angabe zur Ausdehnung des Fürstentums rund um Troja: Die Fläche habe nicht bis zu 300, sondern bis zu 15.000 Quadratkilometer betragen.