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Fundsache

Freitag, 19. Februar 2010

Fundsache, Nr. 796: Ur-Fische fraßen wie Wale

Das Bild stellt einen 70 Millionen Jahre alten Knochenfisch dar.

Das Bild stellt einen 70 Millionen Jahre alten Knochenfisch dar.
(Foto: picture alliance / dpa)

Bereits lange vor den Walen haben einige Urzeit-Fische ihre Nahrung überaus erfolgreich aus dem Meer gesiebt. Die Fische lebten auf diese Weise rund 100 Millionen Jahre lang - und damit deutlich länger als bislang angenommen. Das berichten Forscher um Matt Friedmann von der Universität Oxford im Journal "Science". Die Fossilien der Fische sind zum großen Teil schon seit vielen Jahren in Museen ausgestellt. Sie wurden den Wissenschaftlern zufolge bislang aber nicht untersucht - oder im 19. Jahrhundert falsch eingeordnet.

Bislang wurde vermutet, dass diese uralten, meterlangen Knochenfische nur über eine relativ kurve Zeitspanne lebten. Damit wäre die Filtertechnik bei Fischen mit großen Körpern nur ein kleines und letztlich nicht erfolgreiches Experiment der Natur gewesen. Die Neubewertung früherer Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese Fischgruppe tatsächlich in der Zeit von 170 Millionen bis vor 65 Millionen Jahren während des Mesozoikums lebte.

Im Laufe der Evolution "erfanden" die Wale diese Methode dann erneut. Deren Vorfahren waren vom Land ins Wasser zurückgekehrt. Die heutigen Bartenwale verdanken ihren Namen kammartigen, ausgefransten Hornplatten, die sie im Maul tragen. Mit diesen riesigen "Vorhängen" filtern Wale große Schwärme kleiner Krebse und anderes tierisches Plankton aus dem Meer. Dazu nehmen sie viel Wasser mit dem Maul auf und pressen es durch die Barten wieder nach außen. Die Beute bleibt in den Barten hängen.

Bis heute filtern auch mehrere Fische ihre Nahrung aus dem Wasser, darunter der Walhai (Rhincodon typus), der größte Fisch der Ozeane.

dpa

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