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Kritischer Punkt 2050 erreicht?Klimawandel kostet Milliarden

23.11.2009, 12:47 Uhr
NY
Allein in den größten Küstenstädten der Welt sind Vermögenswerte von 19 Billionen Euro gefährdet. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Klimawandel verläuft nicht langsam und stetig. Kippeffekte können schon vor dem Jahr 2050 zu verheerenden Stürmen und Überschwemmungen führen, die Schäden in Milliardenhöhe verursachen.

Durch unumkehrbare Kippeffekte beim Klima drohen bis Ende des Jahrhunderts weltweit Milliardenschäden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gemeinschaftsstudie der Umweltschutzorganisation WWF mit einer Versicherung. Demnach sind allein in den größten Küstenstädten der Welt Vermögenswerte von 28 Billionen US-Dollar (knapp 19 Billionen Euro) gefährdet, weil schmelzende Polkappen zum Anstieg des Meeresspiegels und verheerenden Überflutungen führen könnten.

Sprunghafter Klimawandel

Der Studie zufolge verläuft der Klimawandel nicht langsam und stetig. Einzelne Phänomene könnten bereits vor dem Jahr 2050 einen kritischen Punkt überschreiten. Dann sind sie unumkehrbar und können als Rückkoppelungen wirken, also die Erderwärmung noch zusätzlich verstärken.

Zu solchen Ereignissen zählt etwa das Abschmelzen der Polkappen. Es könnte bereits vor 2050 zu einem Meeresspiegelanstieg von einem halben Meter führen. Stürme und Fluten hätten dann in den Küstenstädten verheerende Auswirkungen. Die Studie schätzt, dass im Großraum New York die Schäden eines Hurrikans der Stärke vier heute bei 1 Billion US-Dollar liegen würde, im Jahr 2050 aber schon bei über 5 Billionen US-Dollar.

Amazonas-Regenwald schwindet

Häufige Dürren und erhöhte globale Temperaturen könnten zudem bis 2100 bis zu 70 Prozent des Amazonas-Regenwaldes vernichten. Dabei würden riesige Mengen des Treibhausgases CO2 freigesetzt, die die Klimaerwärmung nochmals beschleunigen.

In Indien würden Verschiebungen im Sommermonsun sowie das Abschmelzen der Gletscher im Himalaya zunehmend Dürren auslösen. Über 70 Prozent der Bevölkerung wäre davon unmittelbar betroffen, weil ihre Existenz von der Landwirtschaft abhängt.

Nach Ansicht des WWF muss alles getan werden, um die Erwärmung unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Temperaturen zu halten. Die Industrieländer müssten dazu ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent senken, erklärt der WWF mit Blick auf die UN-Klimakonferenz von Kopenhagen.

Quelle: AFP