Erneuerbare Energien

Blockheizkraftwerke Für wen sich Stromerzeugen lohnt

Ein eigenes Kraftwerk im Keller kann sich lohnen. Denn wer Strom oder Wärme selbst produziert, spart sich die Transportkosten. Allerdings sind Blockheizkraftwerke nicht für jeden Haushalt geeignet. Und wer Energie produziert, sollte sie auch selbst verbrauchen. Im öffentlichen Netz wirft der selbstgemachte Strom nämlich kaum Rendite ab.

Wer einen Kamin oder Kachelofen im Haus schätzt, kann auf einen Schornstein nicht verzichten. (Bild: dpa/tmn)

Die Wärme entsteht als Nebenprodukt der Stromerzeugung.

(Foto: dpa)

Strom und Wärme werden meist von großen Kraftwerken erzeugt und dann an die Haushalte verteilt. Eine dezentrale Energieversorgung durch die Kommunen könnte Strom und Wärme langfristig günstiger machen. Noch einen Schritt weiter gehen sogenannte Blockheizkraftwerke (BHKW): Sie verlagern die Herstellung der Energie in den privaten Keller oder in den eigenen Betrieb. Kosten für den Energietransport fallen somit weg.

Die BHKW-Technik ist relativ einfach aufgebaut: Ein Verbrennungsmotor treibt einen Generator an, dadurch entsteht Strom. Wärme entsteht automatisch als Nebenprodukt des Verbrennungsprozesses und durch dessen Abgase. Beides wird verwendet, um das Haus zu heizen und Wasser zu erwärmen. Diese Kombination heißt Kraft-Wärmekopplung (KWK). Sie erhöht den sogenannten Wirkungsgrad einer Anlage erheblich und macht sie dadurch sehr effizient.

Seit 2002 wurden laut Ullrich bundesweit etwa 30.000 Anlagen oder Anlagenteile installiert, zumeist in Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebetrieben. "Dort lohnen sich die Anlagen besonders", sagt Wolfgang Suttor vom Bund der Energieverbraucher. "Ideal sind Anlagen mit fünf Kilowatt elektrischer Leistung, die während der Heizperiode kontinuierlich laufen." Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbe und Industrie, in Hotels und Schulen sei das fast immer möglich.

Ständig in Betrieb

Die Mini-Anlagen rentieren sich da, wo ständig Energie gebraucht wird: In Mehrfamilienhäusern, Betrieben, Hotels und Schulen. (Bild: Bundesverband Kraftwärmekopplung (BKWK)/dpa/tmn)

Bei Einfamilienhäusern ist der Kostenaufwand meist zu hoch.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern rechnet sich die Investition allerdings erst nach 15 bis 20 Jahren. Für einen Privathaushalt ist das meist zu aufwendig. Blockheizkraftwerke lohnen sich nur, wenn viele Betriebsstunden zusammenkommen, sagt auch Karin Merkel von der Verbraucherzentrale Hannover: "Das heißt, Strom und Wärme sollten nach Möglichkeit immer irgendwo im Haus gebraucht werden."

Um den Betrieb so rentabel wie möglich zu gestalten, sollten Interessenten Verbrauchsgemeinschaften bilden. So wie im hessischen Friedberg. Dort schlossen sich 2007 sechs Familien zusammen und verzichteten darauf, eigene Heizungsanlagen anzuschaffen. Stattdessen beziehen sie Strom und Wärme aus einem BHKW in der Nähe, das von einem Dienstleister finanziert wurde. "Ich habe die Anlage für rund 54.000 Euro angeschafft und im Gegenzug mit den sechs Parteien Abnahmeverträge auf zehn Jahre geschlossen", sagt Hans Hermann Freischlad, der Betreiber der Anlage.

2009 habe jede Familie 470 Euro weniger für Heizung und Strom bezahlt, als wenn sie die Energie von großen Anbietern bezogen hätte. so Freischlad. Außerdem stoße jeder der sechs Haushalte jetzt nur rund drei statt fünf Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus.

Wohin mit dem Überschuss?

Damit ein BHKW rentabel läuft, braucht es auch einen großen Wasserspeicher. In Ein- und Zweifamilienhäusern sollte er mindestens 500 Liter fassen. Das Wasser speichert die Energie, wenn keine oder nur wenig Wärme gebraucht wird. Dadurch ist gewährleistet, dass die Anlage oft läuft, ohne dass Heizenergie ungenutzt verpufft.

Den erzeugten Strom verbraucht man nach Möglichkeit selbst oder veräußert ihn an Dritte weiter. Er kann auch ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden, das dürfte sich aber kaum lohnen: Die Vergütung der Stromversorger beträgt bislang nur rund 10 Cent pro Kilowattstunde (Kwh). Zum Vergleich: Energie aus einer Solarstromanlage etwa wird jeweils mit rund 39 Cent je Kwh verrechnet.

Quelle: n-tv.de, dpa

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