Zukunftsmacher

Touchscreen statt Buch Das digitale Klassenzimmer

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Der Multitouchscreen eignet sich für Gruppenarbeit.

Die Schule von morgen soll vor allem eines: Spaß machen. Genau das will das Projekt "Digitales Klassenzimmer" deutlich machen. Auf der Cebit konnten sich Schüler schon einmal einen Eindruck davon verschaffen, wie ihre Nachfolger vielleicht lernen werden. Allein mit Tafel, Kreide und Büchern wird es in Zukunft nicht mehr gehen: "Ohne IT wird in Zukunft kein Brötchen mehr gebacken, ein Fahrzeuglackierer kann nicht ohne IT arbeiten", sagt Thomas Schmidt von Helliwood media & education. "In den nächsten vier, fünf Jahren muss etwas passieren, denn wir haben keine Chance mehr. Wir müssen IT wirklich in den normalen Unterricht hineinholen."

Veränderter Lernalltag

Während die öffentliche Hand angesichts angespannter Haushaltslage immer größere Probleme hat, die Schulen adäquat mit digitalen Lehrmitteln auszurüsten, zeigt die Initiative von Microsoft, wie die Zukunft aussehen könnte: So verändert der Einsatz von Notebooks, Multitouch-Oberflächen und digitaler Videokonferenz-Technik den Lernalltag gewaltig, sehr zur Freude der Schüler. Die sind sich einig: "Mit den Fingern über den Touchscreen zu gleiten, das macht viel mehr Spaß als in Büchern zu blättern."

Kommende Berufseinsteiger können sich schon im Klassenzimmer anhand von Videoanimationen und Infografiken über ihre möglichen Traumberufe informieren. So wie Schülerin, die während eines Praktikums als medizinische Fachangestellte festgestellt hatte, dass sie Schwierigkeiten mit Word und Excel hat. "Jetzt mache ich mich schlau und komme dann vielleicht besser in meinen Beruf hinein."

Live-Schaltung zum Experten

Auch das Zuschalten von Experten – in vielen Unternehmensmeetings längst an der Tagesordnung – ist im digitalen Klassenzimmer von morgen kein Problem mehr und eröffnet auch für die Lehrer völlig neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung. "Man kann beispielsweise Experten dazuschalten, wenn man sie braucht, sei es aus der Elternschaft oder auch tatsächliche Wissenschaftler", sagt Thomas Schmidt.

Bleibt zu hoffen, dass das ehrgeizige Ziel, möglichst viele digitale Klassenzimmer entstehen zu lassen, am Ende auch finanzierbar ist. Der Cebit-Versuch hat jedenfalls gezeigt: Die Schüler würden sich darüber freuen.

Quelle: ntv.de, ino/n-tv