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Freitag, 31. Januar 2003

Verkehrschaos in Deutschland: 18 Stunden im Stau

Nach 18 Stunden hat sich der kilometerlange Stau auf der eisglatten Autobahn 8 in Baden-Württemberg zwischen Ulm-West und Merklingen am Freitagmittag aufgelöst. "Derzeit gibt es nur noch zwischen dem Autobahnkreuz Elchingen und Ulm-Ost Behinderungen", teilte die Autobahnpolizei Mühlhausen mit. Auf der Albhochfläche steckten Fahrzeuge von Donnerstag, 18 Uhr, bis Freitag, 12 Uhr, nach heftigen Schneefällen in einem 20 Kilometer langen Stau.

Massive Behinderungen im Berufsverkehr

Zwischen Bodensee und Bodden ging am Freitag im Berufsverkehr auf vielen Strecken nichts mehr. Bereits in der Nacht steckten viele Autofahrer in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein stundenlang im Schnee fest.

Einige Autobahnen waren durch quer stehende Lastwagen blockiert. Bundesweit kam es zu Tausenden von Unfällen - allein in Schleswig-Holstein zählte die Polizei mehr als 550 Unfälle. Meist blieb es jedoch bei Blechschäden. Zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd wurde bereits am Donnerstagnachmittag eine 19 Jahre alte Autofahrerin in dichtem Schneetreiben bei einem Zusammenprall mit einem Laster getötet.

Fast überall herrschten am Freitag noch Minustemperaturen. Die Polizei hatte erneut vor gefährlicher Glätte besonders auf Nebenstraßen gewarnt. Ein Sprecher kritisierte, dass viele Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs seien. Für Samstag und Sonntag rechnen Meteorologen mit neuen Schneefällen.

Auf dem Flughafen in Hamburg gab es Verzögerungen zwischen 30 Minuten und einer Stunde, weil die Landebahnen geräumt werden mussten. Zwei Flüge fielen aus. Auch in Stuttgart und Düsseldorf waren Flüge verspätet oder fielen aus. Bei der Deutschen Bahn kam es nur hier und da zu leichten Verspätungen.

Auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern und im Küstenbereich gab es Schneeverwehungen. In einigen niedersächsischen Landkreisen fiel am Tag der Halbjahreszeugnisse die Schule aus, in anderen Gegenden begann der Schulunterricht später. Auf der A 8 (Stuttgart-München) lag der Schnee am Freitagmorgen bis zu 30 Zentimeter hoch. Der Berufsverkehr in Richtung München kam zum Erliegen.

Im südlichen Hessen mussten die Autobahnen zwischen Darmstadt und Mannheim sowie zwischen Darmstadt und Heidelberg gesperrt werden. Dort standen mehrere Lastwagen quer und blockierten die Fahrbahnen. Einige der in insgesamt 13 Unfälle verwickelten Lastwagen waren umgekippt. Die Polizei sprach von mehreren Verletzten.

Quelle: n-tv.de