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Zuwanderer-Boot zerbrochen 64 Opfer vor Tunesien

Beim Untergang eines mit illegalen Zuwanderern besetzten Bootes sind vor der tunesischen Küste möglicherweise bis zu 64 Menschen ertrunken. Das überladene Boot sei in der Nacht zum Sonntag vor Sousse 120 Kilometer südöstlich von Tunis auseinander gebrochen, berichtete die tunesische Nachrichtenagentur TAP am Montag. 17 Leichen wurden geborgen, 47 Menschen noch vermisst.

Unterdessen hat Italien damit begonnen, illegale Zuwanderer aus Nordafrika kurz nach ihrer Ankunft zurückzuschicken. Trotz der massiven Kritik von Menschenrechtsorganisationen will Innenminister Giuseppe Pisanu an dieser harten Haltung festhalten.

Das vor Sousse untergegangene Boot hatte mit 70 Marokkanern und 5 Tunesiern an Bord Kurs auf Italien genommen. Es sank eine Stunde nach dem Auslaufen. Bis zum Sonntagabend rettete die tunesische Marine elf Menschen. Sie setzte ihre Suche mit Helikoptern, Schiffen und Tauchern fort. Die Marokkaner an Bord waren laut TAP legal nach Tunesien eingereist und gehörten zu einer Gruppe von 280 Menschen, die nach Italien übersetzen wollten.

Allein am Wochenende waren etwa 1250 Flüchtlinge mit mehreren Booten aus Libyen auf der Insel Lampedusa südlich von Sizilien gelandet. 500 bis 600 seien seitdem in das nordafrikanische Land ausgeflogen worden, berichteten italienische Medien am Montag.

Innenminister Pisanu erklärte, illegale Zuwanderer müssten wissen, dass sie sofort, nachdem sie humanitäre Hilfen erhalten haben zurückgeschickt werden. Dies gelte für alle, die kein Recht auf Asyl hätten. Er begründete dies unter anderem mit völlig überfüllten Auffanglagern auf Lampedusa.

Dagegen sprechen Menschenrechtsorganisationen von einem Bruch der Genfer Flüchtlingskonvention. Es bestehe die Gefahr, dass Menschen in Länder zurückgeschickt würden, in denen es Verfolgung gebe.

Italien bereitet derzeit auch Patrouillen auf dem Mittelmeer vor, an denen sich auch andere europäische Länder beteiligen sollen.

Quelle: ntv.de