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Buchsparte sucht Käufer AOL entblättert sich

Zwei Interessenten sind im Rennen um die Buchsparte des US-Medienkonzerns AOL Time Warner. Nach Informationen der „New York Times“ handelt es sich um die Bertelsmann-Tochter Random House und den zu Rupert Murdochs News Corp. gehörenden Verlag Harper Collins. Informierte Kreise sagen dem Bertelsmann-Konzern ein größeres Interesse nach, als der News Corporation.

Über konkrete Bedingungen eines Verkaufs sei nicht gesprochen worden, es handele sich derzeit lediglich um Vorgespräche, meldet die Zeitung weiter. In der vergangenen Woche habe die mit dem Verkauf betraute Investment-Bank Merrill Lynch Finanzinformationen über die AOL-Buchsparte an mehrere Verlags-Unternehmen und Investment-Fonds verschickt. In einigen Wochen werde mit den ersten Geboten gerechnet.

Nach eigenen Angaben rechnet AOL durch den Verkauf der Sparte mit Einnahmen in Höhe von 400 Mio. Dollar. Diese sollen dazu verwendet werden, den Schuldenberg in Höhe von 26 Mrd. Dollar zu reduzieren. In der Vergangenheit war aus unternehmensnahen Kreisen verlautet, dass AOL Time Warner derzeit auch informelle Gespräche mit der britischen EMI Group über einen Verkauf der Mehrheit an der Buchsparte führt.

Am Montag hatte das „Wall Street Journal“ gemeldet, dass EMI mit AOL über den Kauf der Mehrheit an der Musiksparte Warner Music verhandelt. Auch dem Gütersloher Bertelsmann-Konzern wird nachgesagt, weiter an der Zusammenlegung seines Musikgeschäftes BMG mit EMI interessiert zu sein.

Die weltweite Musikbranche leidet unter einem Umsatzrückgang und der Konkurrenz durch Raubkopien und illegale Downloads im Internet, was den Konsolidierungsdruck unter den Branchengrößen erhöht. BMG, EMI und Warner Music gehören zu den weltweit fünf größten Musikkonzernen, hinter den Marktführern Universal und Sony Music.

Quelle: ntv.de