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"König von England" Alle lieben Rooney

Sein Vater vergoss auf der Tribüne Tränen der Freude, David Beckham erteilte ihm den Ritterschlag, und die Presse krönte ihn zum "König von England": Das Mutterland des Fußballs liegt "Wunderkind" Wayne Rooney zu Füßen und verwandelt sich vorübergehend zu "Waynes World". Der Teenager vom FC Everton hielt England bei der Euro in Portugal beim 3:0 (1:0) gegen die Schweiz mit zwei Treffern auf Viertelfinalkurs, ging mit 18 Jahren, 7 Monaten und 24 Tagen als jüngster Torschütze in die Geschichte der EM-Endrunden ein und entfachte damit bei den Briten die größte Euphorie seit dem 5:1-Sieg am 1. September 2001 gegen Deutschland in München.

"Roo Britannia! Rooney neuer König von England. Er hält Englands Hoffnungen am Leben", titelte "The Mirror". Die Boulevard-Konkurrenz bei der "Sun" schrieb für den neuen Volkshelden Klassiker der Musikgeschichte um: "Fly me to the Roon"; "I did it my Wayne". Sogar die altehrwürdige Times ließ sich von der Begeisterung anstecken: "England ist wieder am Leben und lässt sich vom Wunderkind führen."

Rooney machte der Rummel eher verlegen. "Rekorde zu brechen ist immer schön. Aber jetzt versuche ich erstmal, ein bisschen runterzukommen. Es geht nicht darum, jedes Tor zu erzielen. Es geht darum, dass die Mannschaft ins Viertelfinale einzieht ", sagte "Roonaldo" in seinem Liverpool-Dialekt, der mit kultiviertem Oxford-Englisch nur wenig gemein hat. Dass der bullige Angreifer in seinem bislang wichtigsten Länderspiel am Rande eines Platzverweises stand, ist für den als Hitzkopf bekannten Teenager nichts Neues mehr: "Ein paar Kollegen raten mir immer wieder, dass ich mich etwas zurüchhalten soll. Aber es wird alles beim Alten bleiben: Ich gebe in jedem Tackling 110 Prozent."

Ob Rooney, Sohn des ehemaligen Amateurboxers Wayne Rooney Senior, noch lange Zeit der Beatles-Stadt treu bleiben wird, ist allerdings mehr als fraglich. Seinem FC Everton geht es finanziell schlecht, der FC Chelsea London hat in der Person von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch schon angeklopft.

Auch Gerrard ist begehrt

Auch um Steven Gerrard, der nach Rooneys Toren (23., 75.) den 3:0-Endstand erzielte (82.), ranken sich Wechselgerüchte. Der Mittelfeldspieler von Rekordmeister FC Liverpool soll bei Manchester United die Nachfolge der Iren Roy Keane antreten.

Und obwohl Gerrard ebenso wie Rooney die etablierten Stars wie Beckham und Paul Scholes klar in den Schatten stellte, sprach auch der 24-Jährige nur über den Mann des Tages: "Wayne ist einfach Klasse. Ihn bringt nichts aus der Ruhe. Wie jeder normale 18-Jährige geht er auch mal in den Pub einen trinken. Keine Frage: Er wird von Spiel zu Spiel besser werden."

Quelle: ntv.de

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