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Grünes Licht für Rettungsplan "Alstom ist gerettet!"

Nur wenige Stunden vor dem Ablauf des Ultimatums hat die EU-Kommission einem neuen Rettungsplan für den angeschlagenen Industriekonzern Alstom zugestimmt. Auch die Gläubigerbanken gaben dem Konzept ihren Segen.

Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte zuerst grünes Licht gegeben. Nach tagelangen Verhandlungen gab Monti am Montagnachmittag bekannt, dass Frankreich sich bereit erklärt habe, die Bedingungen der Kommission vollständig zu erfüllen.

Am Abend stimmten dann auch alle Gläubigerbanken zu. "Alstom ist gerettet, wir sind sehr glücklich über diesen Ausgang", erklärte Frankreichs Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin.

Der neue Rettungsplan hat einen Umfang von 3,2 Mrd. Euro. Darüber hinaus habe der Konzern weitere 1,5 Mrd. Euro an Kreditlinien erhalten, berichtete Alstom-Chef Patrick Kron. Die französische Regierung werde statt einer direkter Beteiligung eine Wandelanleihe von 300 Mio. Euro zeichnen. Dies sei ein deutliches Signal an die Kunden und Zulieferer des Konzerns und ein starker Ausgangspunkt für die Zukunft des Unternehmens, so Kron.

Nach den Worten Montis beginnt die Kommission jetzt, das gesamte Paket zur Umstrukturierung des Konzerns zu prüfen. Vom Ergebnis werde die Entscheidung abhängen, ob Frankreich später ein Darlehen in Aktienbesitz an Alstom umwandeln dürfe, sagte Monti.

Das ursprünglich geplante Rettungspaket im Volumen von 3,4 Mrd. Euro war auf den Widerstand der Wettbewerbshüter gestoßen. Die Kommission störte sich insbesondere an der geplanten Beteiligung des Staates zu nahezu einem Drittel an Alstom. Sie hatte dem Konzern und der französischen Regierung bis Montag um Mitternacht Zeit gegeben, neue und wettbewerbsrechtlich unbedenkliche Vorschläge zur Rettung des Konzerns vorzulegen.

Die Finanzkrise bei Alstom hat mehrere Gründe. Zu technischen Probleme im Gasturbinen-Geschäft, die zu hohen Kosten führen, kommt der Bankrott eines wichtigen Kunden der Schiffbausparte. Außerdem wird der Konzern von der sinkenden Nachfrage auf dem Strommarkt stark in Mitleidenschaft gezogen, da rund ein Fünftel der weltweiten Elektrizität mit Alstom-Produkten erzeugt wird. Für das erste Halbjahr wird ein Verlust von 500 Mio. Euro erwartet. Im Geschäftsjahr 2005/2006 will der Konzern wieder Gewinne einfahren. Am 18. November ist eine Aktionärsversamllung angesetzt.

Eine Pleite hätte weltweit rund 110.000 Beschäftigte betroffen. In Deutschland hat Alstom rund 11.000 Mitarbeiter. Am Morgen hatten in Mannheim etwa 1.000 Beschäftigte für den Erhalt ihrer Jobs demonstriert. Nach Angaben des dortigen Betriebsrats sieht ein Sanierungsplan von Alstom bereits seit längerem den Wegfall von zunächst 700 der rund 1.500 Arbeitsplätze in der Mannheimer Generator-Fertigung vor.

Alstom-Aktien blieben am Montag vom Handel ausgesetzt. Die Anleihen des Unternehmens reagierten mit kräftigen Kursgewinnen auf die Nachricht von der Einigung.

Quelle: ntv.de