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Unternehmen und Schwellenländer Anleihen als Renditebringer

Unternehmensanleihen solider Emittenten ersetzen mittlerweile in vielen Portfolios die sicher geglaubten Staatsanleihen. Denn mit einem gut gestreuten High-Yield-Bondportfolio können Anleger eine attraktive Rendite bei überschaubarem Risiko erzielen. Auch Staatsanleihen aus Schwellenländern sind eine Bereicherung für jedes Rendite-Depot.

Die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Corporate-High-Yields befinden sichaktuell auf einem historisch niedrigen Niveau. Experten erwarten weiterhin einepositive Entwicklung des Segments durch das niedrige Zinsniveau und dieverbesserte Kapitalausstattung der Unternehmen. Das Rating unterInvestmentgradestatus schreckt viele Anleger ab, und sie verzichten auf einlukratives Investment im Anleihebereich. Allerdings sind die Renditen durch dasanhaltend niedrige Zinsniveau in den letzten Monaten gesunken und dasKurspotenzial begrenzt. Wer jetzt noch investiert, sollte sich des Risikos vonKursschwankungen während der Laufzeit bewusst sein und diese bis zumRückzahlungstermin tragen können.

Breite Mischung ist sinnvoll

Related contentEin Depot aus einzelnen Anleihen sollte aus mindestens 15-20 Titelnbestehen. Die hohen Kuponzahlungen können so das Risiko des Ausfalls einereinzelnen Anleihe abmildern. Da viele Hochzinsanleihen mit einerMindestanlagesumme von über 50.000 EUR ausgestattet sind, empfiehlt sich fürPrivatanleger die Anlage über einen Investmentfonds. Hierbei fällt, durch diehohe Streuung der Anleihen über Unternehmen und Branchen, die möglicheInsolvenz eines einzelnen Schuldners weniger ins Gewicht. Hinzu kommt, dassAnleihen mit größerer Stückelung einen deutlichen Renditeaufschlag gegenüberden Tranchen für Privatanleger aufweisen. Jedoch ist Vorsicht bei den Kostengeboten. Nicht nur der Ausgabeaufschlag, sondern auch die laufendenVerwaltungskosten mindern die Rendite und können die Vorteile wieder zunichtemachen. Ein unabhängiger Berater kann Auskunft über kostengünstige Alternativengeben.

Wer selbst ein Portfolio aufbauen will, sollte auf ein breit gestreutesBasisinvestments setzen. Bei hohem Verschuldungsgrad sollten hier Firmen mittragfähigem Geschäftsmodell und stabilen Erträgen gewählt werden, die die hoheZinslast auch zukünftig stemmen können. Hierzu gehören Anleihen von Unternehmenwie Fresenius, Celesio oder Freenet mit Renditen zwischen 2,5 und 4% pro Jahr.Durch die gezielte Beimischung riskanterer Anleihen kann die Rendite auf dasgewünschte Maß angehoben werden. Anleger können hier einen Blick auf Peugeot,Heidelbergcement oder Schaeffler werfen, mit denen sich noch zwischen 5 und 6%pro Jahr verdienen lässt. Risikobewusste Anleger nehmen als Beimischung auchAnleihen von Versorgern oder Telekomanbietern der Peripherieländer ins Depot auf.Diese leiden unter der negativen Bonitätseinschätzung der Euro-Staaten, könntenaber bei weiteren Ratingherabstufungen noch weiter nachgeben. Im Gegenzug sindaber auch zweistellige Renditen zu erzielen.

Schwellenländer mit doppelten Chancen

Ebenso interessant sind Staatsanleihen aus Schwellenländern, die sich invielen Fällen durch einen geringeren Verschuldungsgrad als die Industrieländerauszeichnen, und deren Staatsausgaben durch eine solide wirtschaftlicheEntwicklung untermauert sind. Auch sie gehören in ein diversifiziertes Anleihenportfolio.Anleger profitieren hier vom höheren Zinsniveau dieser Länder. Durch die solidewirtschaftliche Basis, den vergleichsweise geringen Verschuldungsgrad und hoheDevisenreserven, profitieren auch die landesspezifischen Währungen. Diesestellen eine zusätzliche Ertragskomponente für den Euro-Anleger dar. Bei derFondsauswahl sollte ein hoher Stellenwert auf aktives Management gelegt werden,welches die länderspezifischen Chancen und die Währungsaussichten separatbeurteilt und unerwünschte Teilrisiken absichert.

Die Autorin SusanneWoda ist Portfoliomanagerin bei MERITO Asset Management und Expertin des Internetportals Vermoegensprofis.de.

Quelle: n-tv.de