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Kokainhandel finanziert Anwalt als Mafiahelfer verurteilt

Erstmals ist in der Schweiz ein Mafiahelfer wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation bestraft worden. Das Schwurgericht Lugano verurteilte den 62-jährigen ehemaligen Tessiner Anwalt Francesco Moretti in einem der größten Fälle von Geldwäsche im Land zu 14 Jahren Gefängnis.

Moretti wurde neben der Beteiligung an einer kriminellen Organisation der Geldwäsche sowie schwerer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz für schuldig befunden. Er muss zudem 50.000 Franken (rund 32.000 Euro) Buße zahlen und wurde mit einem Berufsverbot von fünf Jahren belegt. Sämtliche Guthaben im Umfang von insgesamt 14 Millionen Franken wurden ihm eingezogen.

Moretti war im August 2000 verhaftet worden, nachdem in seiner Anwaltspraxis zwölf Millionen Franken beschlagnahmt worden waren. Die Anklage warf ihm vor, für die Mafia von Juni 1993 bis zu seiner Verhaftung vorwiegend als Geldwechsler tätig gewesen zu sein. Vorgeworfen wurde ihm die Finanzierung des Kokainhandels von mehreren Tonnen. Von 1994 an soll der Anwalt italienische Familien und Clans beraten und ihnen Geldquellen eröffnet haben. Zu seinen Kunden sollen Familien namhafter Mafiagruppen wie der Ndrangheta oder der Cosa Nostra gehört haben.

Quelle: ntv.de