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Spionagesatellit im All Ariane erfolgreich gestartet

Mit acht Tagen Verspätung ist der französische Militärsatellit Helios IIA mit einer Ariane-Rakete in den Weltraum gestartet worden. Der Satellit soll militärische Aufklärung für Frankreich, Spanien und Belgien betreiben und die Schlagkraft der französischen Streitkräfte stärken.

Die europäische Trägerrakete hob am Samstag um 17.26 Uhr mit Helios sowie sechs Mikrosatelliten vom Raumzentrum Kourou in Französisch-Guyana ab. Eine Stunde später wurde als erster der Spionagesatellit erfolgreich in 700 Kilometern Höhe über Australien ausgesetzt. Es folgten die anderen Satelliten.

Angesichts der Gefahr "terroristischer Anschläge des Typs 11. September" hatte Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen für den Start erheblich verstärkt. Drei Mirage-Abfangjäger, ein AWACS-Radarflugzeug und ein Tankflugzeug wurden nach Guyana verlegt. Zusätzlich zu den stets einsatzbereiten Flugabwehrraketen und Hubschraubern sei eine "Sicherheitsglocke" über das Raumfahrtzentrum gelegt worden, erklärte das Pariser Verteidigungsministerium. Um kein Risiko einzugehen, wurde bei der Rakete des erprobten Typs Ariane-5G noch ein Teil ersetzt, dessen baugleicher Zwilling am Boden bei Tests Schwächen gezeigt hatte. Dies hatte den Start um eine Woche verzögert.

Helios IIA ist mit hochauflösender Infrarot- und Lichtkamera sowie mit einem Breitfeld-Beobachtungssystem ausgestattet. Er soll ab März 2005 aus 700 Kilometern Höhe auch nachts Bilder aus jeder Weltgegend liefern können. Der 4,2 Tonnen schwere Satellit wurde von EADS Astrium gebaute.

Außerdem brachte die Ariane-5G vier Kleinsatelliten Essaim ins All, mit denen Frankreich militärischen Funkverkehr auf der Erde aufspüren will. Mit an Bord waren zudem der französische Satellit Parasol zur Erforschung der Treibhausgase in der Atmosphäre und der spanische Nanosat-01 für die Kommunikation mit Antarktisstationen.

Für die Kontrolle der Umlaufbahnen der sechs französischen Satelliten hat Frankreich ein Netz von 17 Bodenstationen von Südafrika und Schweden über Australien und Alaska bis nach Chile und China ausgelegt. Das Herz schlägt im Raumkontrollzentrum Toulouse, wo 200 Spezialisten im Einsatz sind. Nanosat-01 wird von Spanien aus verfolgt.

Quelle: ntv.de

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