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Kein Einbruch der Wirtschaft BDI bleibt optimistisch

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die weitere Wirtschaftsentwicklung 2004 etwas optimistischer als der Industrieverband DIHK. "Ich bin nicht so pessimistisch, zu glauben, dass wir am Jahresende einen Einbruch erleben, obwohl die DIHK-Umfrage das besagt", sagte BDI-Präsident Michael Rogowski bei der BDI-Jahrestagung in Berlin. Laut der Umfrage unter 22.000 Unternehmen erwarten deutsche Firmen ein baldiges Abflauen der moderaten Erholung.

In diesem Jahr werde das deutsche Wirtschaftswachstum bei etwa 1,5 Prozent liegen, "jedoch leider nicht bei zwei Prozent". Wie es 2005 weiter gehe, wisse derzeit niemand. Es fehle noch an Dynamik. Deshalb müsse Bundeskanzler Gerhard Schröder am Reformkurs festhalten.

Rogowski nutzte die Gelegenheit und forderte die Europäische Zentralbank (EZB) auf, das derzeitige Zinsniveau trotz der hohen Ölpreise beizubehalten. Die EZB sollte die Zinsen zumindest nicht erhöhen, so der BDI-Chef. Er habe sich bislang immer dafür ausgesprochen, dass die EZB die Zinsen senken sollte. Rogowski zeigte sich zuversichtlich, dass der Ölpreis wieder nachgeben und sich zwischen 22 und 30 Dollar einpendeln werde.

Weitere Amtszeit?

Der Verbandspräsident hat sich nach eigenen Worten noch nicht entschieden, ob er über 2004 im Amt bleiben will. "So ist es", antwortete er auf eine entsprechende Frage in der ARD. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte am Wochenende unter Berufung auf BDI-nahe Kreise berichtet, Rogowksi werde mit Ablauf seiner Amtzeit im Dezember 2004 nicht mehr antreten.

Die Amtszeit könne zwar um zwei Jahre verlängert werden. Dies gelte aber beim BDI als unklug, da Rogowski dann zeitgleich mit dem langjährigen BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg ausscheiden würde. Das würde den BDI-Kreisen zufolge den Wirtschaftslobbyismus in Berlin empfindlich schwächen, hatte es geheißen.

Die Zeitung hatte zudem berichtet, Nachfolger Rogowskis könnte der 49-jährige Wirtschaftsingenieur Arndt Kirchhoff werden, der den Autozulieferer "Kirchhoff Automotives" im westfälischen Attendorn in der vierten Generation führe. Eine Vorentscheidung über die Nachfolge könne bereits auf der BDI-Jahrestagung am 15. Juni fallen.

Quelle: n-tv.de