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"Sex and the City" Baby-Gucci, Baby-Prada ...

Welche Frau will sich nicht mit ihr identifizieren? Welche Frau möchte nicht von sich behaupten, dass sie nur auf Chanel schwört (kein Imitat!), dass sie in der Küche nichts anstellen kann außer Unordnung und dabei so unschuldig schaut, dass man sie für diese Unordnung auch noch bewundern muss? Wer kann superkurze Röcke tragen, Ausschnitte bis zum Bauchnabel und wirkt trotzdem nicht ordinär? Und wer kann einen Cocktail nach dem andern trinken und am nächsten Tag immer noch frisch wie der junge Morgen aussehen? Es ist Carrie aus der beliebten Serie "Sex and the City" und sie hat als freche Kolumnistin erfolgreich die Anwältin AllyMcBeal vom TV-Thron geschubst.

So will ich auch sein!

Wenn sie mit ihren dünnen Beinen auf ihren teuren Manolo-Blahniks (für Männer: Das sind Schuhe, allerdings keine normalen Schuhe, die man einfach nur als Schuhe bezeichnen könnte) durch die Straßen von New York stakst und jedes Outfit von ihr ein Statement ist, das Millionen Frauen auf der gesamten Welt imitieren möchten, dann kann man sich kaum vorstellen, dass sie bald ein Kind erwarten wird. Imitieren ist auch nicht so ganz einfach, denn die Dame und ihre illustren Freundinnen sind Label-Fetischistinnen, auch wenn es nicht immer so aussieht. Die Nachahmerei hat also ein Ende, wenn die Kreditkarte anfängt zu klingeln, der Bänker vor der Tür steht oder man einfach nicht in Größe 34/ 36 passt. Jedenfalls ist Carries Darstellerin, Sarah Jessica Parker, schwanger: Das wird in der Serie nicht ausgelebt (hat wohl gerade nicht ins Konzept gepasst), ihre Freundin Miranda (Cynthia Nixon) jedoch darf ihre Schwangerschaft auch in der Serie zeigen.

Jil Sander-Schwangerschaftsmode

Bildhaft wird demonstriert, wie man Jil Sander auch schwanger interpretieren kann und dass Jean-Paul Gaultier durchaus eine Beule verträgt. Das Quotenkind wurde jetzt auch höchste Zeit, denn die süchtige Zielgruppe ist schließlich selbst, wie die Darstellerinnen, zwischen 30 und 40, will selbst Kinder und trotzdem nicht die langweilige Diplom-Mutti am Kochtopf sein. Mütter von heute wollen weiterhin Stilettos tragen, auf wilde Partys gehen und von Männern begehrt werden. Wenn das alles 50 Prozent weniger scharf als in der von ProSieben gezeigten Serie von statten geht, dann darf man schon glücklich sein. Zufrieden stellt die deutsche Couch-Potatoe, die sich selbst natürlich nie so bezeichnen würde, fest, dass auch Carrie und ihre Freundinnen nicht aufs Land ziehen wollen, bloß weil da die Mieten billiger sind und dass auch sie Männer grundsätzlich für eine fremde Gattung halten, oftmals eben nur gut zu dem, was der Name schon sagt: begatten.

Das wahre Leben

Das wahre Leben sieht aber - wie immer - ganz anders aus: Irgendwie ist es doch beruhigend zu wissen, dass das alles bloß ein Film ist: Sarah Jessica Parker ist seit Jahren mit Schauspieler-Kollege Mathew Broderick verheiratet, Cynthia Nixon ist auch verheiratet und verfügt über ein bereits sechs-jähriges Kind, und die beiden anderen Schönen, Kim Cattrall (die nymphomane Samantha) und Kristin Davis (die sanfte Charlotte) sind auch ganz nett: in ihrem Privatleben tragen sie Clogs und gehen mit dem Hund eine Runde Gassie. Irgendwie beruhigend ...

Quelle: n-tv.de