Archiv

Terroristenkonten gesucht Bankgeheimnis soll fallen

Nach den Anschlägen in den USA hat US-Finanzminister O'Neill zu einem "Wirtschaftskrieg" gegen den Terrorismus aufgerufen. Als eine der ersten Maßnahmen soll den Terror-Organisationen der Geldhahn zugedreht werden. Um den USA hier beistehen zu können, muss in Deutschland jedoch noch das Bankgeheimnis fallen. Politiker und Bankchefs zeigen sich jetzt dazu bereit.

Wer die internationalen Geldquellen des Terrorismus austrocknen wolle, der müsse dem "underground banking" einen Riegel vorschieben, erklärte Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Haushaltsdebatte des Bundestages. Dies sei eine entscheidene Aufgabe, die man anpacken werde.

Schützenhilfe erhält Schröder vom Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke. Dieser äußerte in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" Zweifel an der Berechtigung des strengen deutschen Bankgeheimnisses. Wenn gegen Steuerhinterziehung, Drogenhandel oder Terrorismus ermittelt wird und die Ermittlungen enden mit dem Verweis, dass hier das Bankgeheimnis beginne, dann falle es ihm schwer, das zu verstehen, erklärte Welteke.

Der Bundesbankchef fordert eine bessere Zusammenarbeit der nationalen Aufsichtsbehörden, um Vorgänge wie die vermuteten Insidergeschäfte vor den Terroranschlägen in den USA aufzuklären. Viele nationale Behörden hätten Schwierigkeiten damit, vertrauliche Bankdaten weiterzugeben, berichtete Welteke. Dies müsse sich ändern.

13 Konten in Deutschland gesperrt

Die Anordnung des US-Präsidenten George W. Bush, Konten mit Inhabern aus dem Umfeld des Terroristenführers Osama bin Laden zu sperren, ist nicht die erste ihrer Art. Bereits im Juli hat die EU-Kommission eine Liste mit etwa 300 Namen von Personen und Organisationen erstellt, deren Konten blockiert werden sollten.

Auf der Grundlage dieser Liste sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in Deutschland bisher 12 Konten gesperrt worden. Ein weiteres wurde aufgrund des Außenwirtschaftsgesetzes gesperrt. Inhaber der Konten sollen Personen aus dem Umfeld bin Ladens sein. Die 13 Konten haben zusammen ein Guthaben von mindestens 2,7 Mio. DM. Doch ist dies vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn wo sich der Großteil der Millionen bin Ladens verbirgt, weiß noch niemand genau.

US-Finanzminister Paul O`Neill gibt sich jedoch optimistisch. Die USA hätten bereits erste Erfolge bei der Blockade der Finanzierung militanter Gruppierungen einschließlich der El Kaeda von Osama bin Laden erzielt, erklärte O`Neill. Man brauche jedoch all die Hilfe, die man kriegen könne, um die Finanzierungsquellen von Terroristen zu blockieren.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.