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Vorwürfe des BAFin BayernLB und Kirch

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) hat einem Zeitungsbericht zufolge die Bayerische Landesbank (BayernLB) wegen ihres Kreditengagements bei der nahezu insolventen Kirch Gruppe gerügt. Wie der "Münchener Merkur" vorab berichtet, kommt die Behörde zu dem Schluss, dass die BayernLB die Sicherheiten für die an Kirch vergebenen Kredite in Höhe von insgesamt rund zwei Mrd. Euro zu hoch bewertet hat.

Das ehemalige Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen, dass jetzt bei der BAFin angesiedelt ist, prüft seit einigen Monaten die Kredite mehrerer Banken an die Kirch Gruppe. Im Falle der BayernLB ist die BAFin offenbar zudem der Ansicht, dass das Institut die Bereiche Kundenbetreuung und Kreditbearbeitung nicht hinreichend voneinander abtrennt ("chinese walls"). "Eine unabhängige laufende Kontrolle findet damit nur eingeschränkt statt", zitiert die Zeitung aus einem vertraulichen Bericht.

Die BayernLB wollte sich bislang nicht zu den Vorwürfen äußern, ein Sprecher des Kreditinstituts lehnte einen Kommentar ab. Am Montag aber werde BayernLB-Chef Werner Schmidt auf der Halbjahrespressekonferenz zu den Vorwürfen Stellung nehmen, so der Sprecher weiter.

Die BayernLB ist der größte Kreditgeber des früheren Medienimperiums von Unternehmer Leo Kirch, für dessen Einzelteile nach Investoren gesucht wird. Am Dienstag hatte die BayernLB mitgeteilt, man habe die Risikovorsorge auf Veranlassung der Bankenaufsicht von 300 Mio. auf 884 Mio. Euro aufgestockt. In einer Pressemitteilung hatte die Bank weiter mitgeteilt, dass für wichtige Teile der Kirch-Gruppe zahlreiche Interessenten gebe. Deshalb sei aus heutiger Sicht davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil des Kredit-Engagements durch Sicherheiten gedeckt sei.

Quelle: n-tv.de