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Aufruf zur Schwarzarbeit? Berlusconi denkt laut nach

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat Fiat-Arbeiter offenbar zur Aufnahme illegaler Beschäftigung aufgefordert. Der Regierungschef rief am Samstag gegenüber dem Fernsehsender "Rete 4" Arbeiter des Konzerns, die auf Zeit entlassen wurden, zur Suche nach "inoffizieller" Arbeit auf.

"Die Fleißigsten können sicherlich eine zweite Stelle finden, vielleicht auch inoffiziell, womit sie zusätzlich Geld für ihre Familien verdienen können ", sagte Berlusconi. Gewerkschaftsvertreter wie der Chef der zweitgrößten italienischen Gewerkschaft Cisl, Savino Pezzotta, kritisierten die Äußerungen. "Der Ministerpräsident sollte wissen, dass Schwarzarbeit illegal ist, also sollte er diese Art Aussagen meiden", erklärte Pezzotta.

Die Krise beim italienischen Mischkonzern hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ab Montag sollen 5.600 Mitarbeiter entlassen werden. Dies wird jedoch nur die erste Entlassungswelle sein, da insgesamt 8.100 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Grund für die drastischen Maßnahmen sind die zuvor gescheiterten Verhandlungen mit den Gewerkschaften über einen Sanierungsplan für die unprofitable Auto-Sparte, der drastische Sparmaßnahmen beinhaltet.

Seit Bekanntwerden der geplanten, drastischen Sparmaßnahmen kam es fast täglich zu landesweiten Protestaktionen bei den Beschäftigten. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag drohten verzweifelte Arbeiter sogar damit, sich vom Dach eines Werks in Termini Imerese zu stürzen.

Quelle: ntv.de