Archiv

Kind verhungert Bewährung für Veganer

Ein streng vegetarisches Elternpaar ist nach dem Hungertod ihres 15 Monate alten Sohnes zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Paderborn sah es als erwiesen an, dass das Paar aus Bad Driburg mit dem Kind nicht rechtzeitig zum Arzt gegangen war und somit zu seinem Tod beigetragen hat.

Das unterernährte Kind war erkrankt und hatte sein Essen am Ende völlig verweigert. Sie habe zwei Wochen vor dem Tod des Jungen im März gemerkt, dass ihr Kind krank sei, sagte die Mutter zum Prozessbeginn.

Dann habe sie versucht, den kleinen Leon mit Natur-Ölen zu behandeln, statt zu einem Arzt zu gehen. Der Junge hatte sein Essen ohne jedes tierische Fett verweigert und war an Unterernährung und Lungenentzündung gestorben.

Die Eltern, eine 36 Jahre alte Krankenschwester und ein 44 Jahre alter Schreiner, sind Veganer, die sich ohne jedes tierische Produkt ernähren. Sie stehen wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor dem Landgericht Paderborn. Ein Gutachter sagte im Zeugenstand, die Mangelernährung in Kombination mit einer Lungenentzündung habe das Kind das Leben gekostet. Die Mutter hatte Leon unter anderem mit Milchersatz aus Mandeln und aus Kokosnuss gefüttert. Sie habe sich dabei streng nach einem Fachbuch für veganische Ernährung gerichtet, beteuerte die 36-Jährige.

Dass ihr Kind immer dünner wurde, sei ihr aufgefallen. "Er ist merklich schlapper geworden", ergänzte sie. Sie habe aber nie damit gerechnet, dass Leon sterben könne, betonte die arbeitslose Krankenschwester. Sie habe aus ihrem Berufsalltag heraus große Vorbehalte gegen Ärzte gehabt. Erst am Vorabend von Leons Tod hätten sie sich zum Arztbesuch am nächsten Tag entschlossen - zu spät.

Vor wenigen Wochen war die Frau zum vierten Mal Mutter geworden. Das Jugendamt des Kreises Höxter verzichtete nach einer Prüfung trotz des Strafverfahrens auf den Entzug des Sorgerechts für die drei Kinder. Die Eltern hatten sowohl regelmäßigen Arztbesuchen als auch einer Umstellung des Speiseplans zugestimmt. Die Kinder bekommen jetzt Eier, Fisch und Milch.

Quelle: n-tv.de