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"Unzureichende Betriebsgröße" Breuer für Banken-Fusionen

Rolf Breuer, Deutsche Bank-Aufsichtsratschef und amtierender Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), hat sich für eine weitere Konsolidierung des heimischen Bankensektors und eine zusätzliche Streichung von Stellen ausgesprochen. "Noch immer weisen viele Institute eine unzureichende Betriebsgröße auf", so Breuer.

Deshalb, so Breuer am Montag auf der Herbstpressekonferenz des BdB in Frankfurt weiter, seien verstärkte Kooperationen und auch Zusammenschlüsse von Kreditinstituten dringend geboten. Nur so könne sich in Deutschland dauerhaft ein international wettbewerbsfähiges Bankwesen etablieren.

Dabei regte Breuer auch Fusionen über bestehende Banken-Gruppen wie Privatbanken, Sparkassen oder genossenschaftliche Kreditinstitute hinaus an: "Entscheidungen über das Zusammengehen in bestimmten Bereichen - wie etwa bei der Wertpapierabwicklung udn anderen Back-Office-Aktivitäten - sollten künftig auf der Grundlage betreibswirtschaftlicher Überlegungen erfolgen und nicht nach Gruppenzugehörigkeit", sagte Breuer. Dies schaffe neue Kostensenkungspotenziale, schränke den Wettbewerb aber nicht ein.

Trotz aller Sparanstrengungen in verschiedenen Bereichen sieht Breuer noch immer erhebliche Überkapazitäten: "Die Zahl der Arbeitsplätze - so bitter das ist - muss weiter reduziert werden", sagte Breuer. Die Deutsche Bank geht da mit "gutem" Beispiel voran - der Branchenprimus wird bis Ende kommenden Jahres 14.500 Stellen abbauen. Im gesamten deutschen Bankensektor sind im Rahmen der Umsetzung von Sparprogrammen bereits mehrere tausend Arbeitsplätze weggefallen.

Entgegen der in der Öffentlichkeit aktuell geführten Diskussion sieht Breuer die deutschen Banken nicht in einer Liquiditätskrise. Gleichwohl räumte er ein, dass die heimische Kreditwirtschaft mit Ertrags- und Kostenproblemen kämpfe. Neben Strukturproblemen der Branche machte Breuer hierfür vor allem die schwache Konjunktur und die Lage an den Kapitalmärkten verantwortlich.

Zum Kreditgeschäft sagte Breuer: "Die Rentabilität des klassischen Einlagen- und Kreditgeschäfts ist auf ein Niveau gesunken, das auf Dauer nicht tragbar ist". Die zuletzt massiv angestiegene Kredit-Risikovorsorge der Geldhäuser müsse durch eine risikoadäquate Kreditvergabe zu angemessenen Konditionen reduziert werden, so Breuer weiter.

Breuer ist seit Ende November 2001 Präsident des BdB. Seine Amtszeit war zunächst bis März 2003, wurde nach Breuers Angaben inzwischen aber bis zum Frühjahr 2005 verlängert.

Quelle: ntv.de