Archiv

Sir Edward fällt um Briten bald Euro-Teilnehmer?

Die Front der Briten gegen einen Euro-Beitritt bröckelt. Mit Sir Edward George, dem Chef der Bank of England (BoE), sieht jetzt auch einer der einflussreichsten britischen Euro-Gegner den Zeitpunkt für die Teilnahme Großbritanniens an der Europäischen Währungsunion näher rücken.

Er halte einen Euro-Beitritt Großbritanniens nur dann für möglich, wenn der Wechselkurs des Pfundes gegenüber dem Euro deutlich nachgibt, hatte George stets erklärt. Genau dies ist jetzt eingetreten. Seit einigen Monaten sinkt das Britische Pfund ebenso wie der US-Dollar gegenüber dem Euro; allein im Februar gab das Pfund um über fünf Prozent nach.

Allerdings hatte George ebenso oft verkündet, dass ein starker Euro zugleich das Risiko einer importierten Inflation erhöhen würde. Die heimische Wirtschaft würde destabilisiert und die Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt.

Anders als die Bundesbank war die BoE lange ausschließlich beratend für die britische Regierung tätig. Erst 1997 wurde ihr Zinshoheit eingeräumt, was die erste Voraussetzung für die Teilnahme an der Euro-Währung war.

Zu welchem Wechselkurs ein Beitritt zum Euro festlegbar wäre, sagte George nicht. "Weiß der Himmel, das ist eine echte Kunst, und es gibt viele verschiedene Antworten".

Die Labour-Regierung will im Juni dieses Jahres entscheiden, ob die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen Beitritt zum Euro erlauben. Sollte dies der Fall sein, wird ein Referendum eingeleitet.

Quelle: ntv.de