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Kurze Amtszeit in Bagdad Bürgermeister verhaftet

Die US-Streitkräfte in Irak haben den selbst ernannten Bürgermeister von Bagdad, Mohammed Mohsen Subaidi, verhaftet. Das Central Command in Katar teilte mit, mit Subaidi seien sieben weitere Personen festgesetzt worden. Sie hätten versucht eine Autorität auszuüben, die ihnen nicht zugestanden habe. Bei der Aktion habe es keinen Widerstand gegeben.

In der Mitteilung des US-Oberkommandos hieß es, Subaidi habe versucht, in der Übergangsphase nach dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein für sich politisches und persönliches Kapital zu schlagen. Die Koalition werde aber sicherstellen, dass das irakische Volk künftig selbst ihre politische Führung bestimmen werde.

"Nummer 49"

Am Vortag war der irakische Verbindungsoffizier zu den UN-Waffeninspekteuren, Generalleutnant Hossam Mohammed Amin, von den Koalitionstruppen festgenommen worden. Amin war die Nummer 49 auf der US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker. In dem Kartenspiel mit Fahndungsfotos war er die Kreuz Sechs.

Der General gehörte zu den Schlüsselfiguren im Waffenprogramm von Saddam Hussein und müsste Kenntnisse über etwaige verbotene Massenvernichtungswaffen Iraks haben. Mehr als ein Jahrzehnt leitete Amin die Nationale Überwachungskommission, dabei erwarb sich der Kommunikationstechniker der Luftwaffe als loyaler Offizier den Ruf, die Erwartungen Saddams stets zu erfüllen.

Amin und seine Soldaten verwehrten den UN-Inspekteure bei der ersten Inspektionsrunde bis 1998 den Zugang zu den Präsidentenpalästen und anderen "wichtigen Anlagen", wie es damals hieß. Er gehörte zu den wenigen Irakern, die sich zu Massenvernichtungswaffen äußern durften. Wie die meisten Führungsmitglieder im Bagdader Regime stammt er aus einer prominenten sunnitischen Familie aus Nordirak.

Seine Karriere begann 1980 beim "technischen und wissenschaftlichen Komitee", einer Einrichtung zur Entwicklung von Waffen. Zudem war Amin offenbar ein Vertrauter von Saddam-Sohn Kusai, dem Kommandeur der Republikanischen Garde, sowie vom Privatsekretär des irakischen Herrschers, General Abide Hmud.

Quelle: ntv.de