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Widerspruch angekündigt Bußgeld für HeidelbergCement

Im Kartellverfahren wegen angeblicher Preisabsprachen für Zement kommt auf den zweitgrößten deutschen Hersteller HeidelbergCement vermutlich ein Bußgeld in Höhe von 400 Mio. Euro zu. Das verlautete aus Branchenkreisen. Die endgültige Summe stehe jedoch noch nicht fest.

Eine Sprecherin von HeidelbergCement wollte die mögliche Höhe des Bußgeldes nicht kommentieren. Das Unternehmen werde im Verfahren um die Preisabsprachen eine untergeordnete Rolle spielen. Der Konzern schließe jedoch nicht aus, dass ein Bußgeldbescheid folgen könne. In einem solchen Fall sollten Rechtsmittel eingelegt werden, so die Sprecherin weiter.

Die Summe der Kartellamtsbußen im Zement-Verfahren dürfte sich auf rund eine Mrd. Euro und damit auf einen Rekordbetrag belaufen. Der anteilig größte Brocken würde HeidelbergCement zufallen, während sich der Baukonzern Dyckerhoff, die französische Lafarge, Holcim aus der Schweiz sowie die nicht-börsennotierte Schwenk auf Strafen von je 100 Mio. Euro einstellen müssen. Dyckerhoff hat nach Angaben eines Sprechers bereits Rückstellungen über 107 Mio. Euro gebildet.

Das Bundeskartellamt hatte Anfang August mitgeteilt, dass sich der Verdacht auf illegale Preisabsprachen unter den Zementherstellern erhärtet habe. Daraufhin hatte HeidelbergCement der Behörde bei der Aufklärung eines möglichen Zementkartells seine Mithilfe angeboten. Man sei es zur Aufklärung möglicher Verstöße bereit, mit der Behörde offen zusammenzuarbeiten, hatte es geheißen. Hoffnung auf mildere Strafen dürfen sich all die Unternehmen machen, die wie HeidelbergCement offen mit dem Kartellamt kooperieren. Sollte sich herausstellen, dass sie an dem Preis- und Quotenkartell selbst beteiligt gewesen sind, winkt ihnen durch eine "Kronzeugenregelung" eine Straferleichterung.

Auch aus Brüssel drohen Bußgelder in Milliardenhöhe. Die Brüsseler EU-Kommission plant Prüfverfahren gegen Absprachen bei Preisen, Mengen und Absatzgebieten in der Branche. Hintergrund sind die Ermittlungen des Bonner Kartellamts. Falls erforderlich, sollen tiefer gehende Verfahren auf europäischer Ebene durchgeführt werden. Es besteht der Verdacht, dass es nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch in Teilen der Europäischen Union entsprechende Absprachen gegeben haben soll.

Quelle: ntv.de