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Dienstag, 20. Januar 2004

Was lange währt ...: Carlsberg übernimmt Holsten

Die dänische Brauerei-Gruppe Carlsberg hat die Mehrheit an der Hamburger Holsten-Brauerei übernommen.

Carlsberg bekommt nach Konzernangaben 51 Prozent an Holsten von der Eigentümerfamilie Eisenbeiss für 38 Euro je Aktie. An die Minderheitsaktionäre soll ein Angebot für ebenfalls 38 Euro je Anteilsschein gemacht werden.

Zudem verkauft Holsten im Rahmen des Geschäfts Assets von 628 Mio. Euro. Die im SDax notierten Holsten-Aktien machte einen Freudensprung.

Im Dezember war die monatelange Partnersuche von Holsten ergebnislos beendet worden. Vorübergehend waren fast alle größeren nationalen und internationalen Brauereigruppen mit Holsten in Verbindung gebracht worden. Dazu gehörten neben Carlsberg auch die Bitburger Brauerei und der zur Oetker-Gruppe gehörende Brau-Konzern Radeberger.

Angetrieben von Übernahmespekulationen waren die Holsten-Aktien im August auf einen Höchststand von 51 Euro gestiegen.

Holsten, zu der unter anderem die Bier-Marken Licher und König Pilsener gehören, hat mit einem rückläufigen Absatz zu kämpfen. Anfang Januar hatte das Tochter-Unternehmen Hansa-Brunnen zur Stärkug des Geschäfts mit Mineralwassern und Erfrischungsgetränken die Ernst Heemann Mineralbrunnen GmbH vollständig übernommen.

Bitburger mischt mit

Die Konsolidierungswelle in der Brauereibranche geht unvermittelt weiter: Wie am Dienstag ebenfalls bekannnt wurde, will Bitburger in einem nächsten Schritt König und Licher von Carlsberg übernehmen.

Der Getränkekonzern Bitburger will in der größten Übernahme seiner Firmengeschichte die König-Brauerei GmbH sowie die Licher Privatbrauerei vom dänischen Brauereikonzern Carlsberg für 469 Mio. Euro kaufen.

Eine mit Carlsberg getroffene Vereinbarung sehe vor, dass nach erfolgter Übernahme der Holsten-Brauerei durch Carlsberg die Brauereien König und Licher aus dem Holsten-Konzern herausgelöst und in die Bitburger Getränkegruppe eingegliedert werden, teilte Bitburger am Dienstag mit.

Die Transaktion stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Zudem müsse Carlsberg mindestens 75 Prozent an Holsten übernehmen. König und Licher passten ideal in das Premium-Markenkonzept von Bitburger.

Bitburger hatte den Absatz eigener Getränke 2003 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf 13,79 Millionen Hektoliter ausbauen können. Die Nettoumsatzerlöse der Gruppe lagen konsolidiert 2002 bei 731 Millionen Euro und konnten den Angaben zufolge 2003 auf über 750 Millionen Euro gesteigert werden.

Carlsberg hatte am Morgen mitgeteilt, der Konzern habe die Mehrheit an Holsten übernommen. Carlsberg habe 51 Prozent an Holsten von der Eigentümerfamilie Eisenbeiss für 38 Euro je Aktie gekauft.

Quelle: n-tv.de