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Breuer kritisiert Banken Clement kritisiert Breuer

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat die von Rolf E. Breuer geäußerten Empfehlungen an die deutschen Banken kritisiert. In seiner Funktion als Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Banken (BDB) hatte der Aufsichtsratschef und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Breuer, die Banken unter anderem ermahnt, die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht an ihre Kunden weiterzugeben.

"Das ist kein gutes Signal", meinte Clement. Obwohl er um die angespannte Ertragslage der Finanzinstitute wisse, halte er dies für "kurzsichtig". Die Chancen, die die Zinsentscheidung als Impulsgeber für Wachstum und Beschäftigung ausüben könnte, müssten genutzt werden, so Clement. Er verwies zudem darauf, dass die Sparkassen wohl vorhätten, aus diesem Kanon auszubrechen.

Breuer hatte erklärt, dass sich das deutsche Kreditgewerbe in der schwierigsten Lage seit 50 Jahren befinde und sein Filialnetz noch um ein Drittel ausdünnen könne. Mit den Filialschließungen würde ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen einhergehen, so Breuer. Die Zahl der Institute am Bankenstandort Deutschland sei nach wie vor zu hoch, die Konzentration im Vergleich mit anderen europäischen Ländern zu gering.

Er machte nicht nur diese strukturellen Schwächen, aus denen resultiere, „dass hier unproduktiv gearbeitet wird“, für die schlechte Verfassung der Kreditwirtschaft verantwortlich. Die Institute müssten professioneller mit Kreditrisiken umgehen und die Preisgestaltung an diesen ausrichten. Neben dem Ratschlag, die Banken sollten sich auf Geschäftsfelder mit höherem Ertragspotenzial konzentrieren, forderte Breuer die Institute auf, sich stärker mit den Kosten einzelner Geschäftsabläufe zu befassen.

Auf der anderen Seite nahm Breuer die Ratingagenturen ins Visier und rief sie zu sorgfältigem Umgang mit Informationen auf. Rating-Herabstufungen machten bestimmte Geschäfte für Kreditinstitute nicht mehr möglich. Dies könne ab einer gewissen Schwelle "existenzvernichtend " sein.

Quelle: ntv.de