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Zweite Airline strauchelt Conti vor dem Aus/ Auch Delta macht Druck

Das in Folge des Terroranschlags auf das World Trade Center drastisch zurückgegangene Passagierflug-Aufkommen ist in den USA nun bereits der zweiten Fluggesellschaft zum Verhängnis geworden. Nachdem am Donnerstag die ohnehin angeschlagene Midway Airlines ihren Betrieb eingestellt hatte, steht nun auch Continental Airlines unter Druck.

Täglich liefen durch die Ausfälle Verluste von 30 Millionen Dollar auf, erklärte der Chef der fünftgrößten amerikanischen Airline. "Die US-Flugindustrie ist in eine beispiellose Finanzkrise geraten", ergänzte Gordon Bethune. "Wir brauchen sofort irgendeine Form der Intervention", formulierte er ein Hilfegesuch, dass sich klar an die US-Regierung richtet. Andernfalls sei nicht auszuschließen, dass der gesamte Flugbetrieb per Ende Oktober eingestellt werden müsse.

In die Debatte um staatliche Hilfen schaltete sich nun auch Delta Airlines öffentlich ein. Sollte Washington die Fluggesellschaften in dieser schwierigen Phase nicht unterstützen, müsse man die Streichung von Stellen erwägen, sagte Delta-Chef Leo Mullin. Möglicherweise sei ein Kapazitätsabbau von 20 Prozent nötig.

Bereits gestern hatte Continental angekündigt, 12.000 Mitarbeiter - mehr als ein Fünftel der Belegschaft - zu entlassen. Für die gesamte Branche prognostizierte Bethune den Abbau von etwa 100.000 Arbeitsplätzen; die täglichen Verluste für die gesamte amerikanische Luftfahrtindustrie schätzt Bethune auf rund 300 Millionen Dollar. Für die kommende Woche sind nun Gespräche zwischen Branchenvertretern und der Regierung verinbart worden.

Der gesamte zivile Flugverkehr der Vereinigten Staaten war nach den terroristischen Attentaten in New York, Washington und Pittsburgh für die Dauer von fast vier Tagen untersagt. Am Samstag haben die Fluggesellschaften weltweit den Inlands- sowie den transkontinentalen Amerika-Flugverkehr wieder aufgenommen.

Quelle: n-tv.de

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