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Spionage-Rätsel löst sich DC3 nach 52 Jahren geborgen

Schwedische Marinespezialisten haben am Freitag das Wrack eines 1952 über der Ostsee abgeschossenen Spionage-Flugzeugs aus 120 Metern Tiefe gehoben. Nach der Bergung der Maschine vom Typ DC 3 nördlich von Gotland sagten Angehörige der vermisst erklärten acht Besatzungsmitglieder, sie hofften nun auf eine Klärung aller Umstände des mysteriösen Verschwindens.

Das Flugzeug war am 13. Juni 1952 von einem sowjetischen Mig-15-Jagdflugzeug abgeschossen worden. Die Regierung des neutralen Schweden behauptete danach bis 1983, die DC 3 habe einen Ausbildungsflug für Telegrafisten absolviert und sei ohne Grund angegriffen worden. In Wirklichkeit sollte die DC 3 sowjetische Radaranlagen an der baltischen Küste für US-Geheimdienste ausspionieren. Moskau räumte 1991 ein, dass ein Pilot der Luftwaffe das schwedische Flugzeug wegen Spionageaktivitäten abgeschossen hatte.

Wegen der strikten Geheimhaltung aller Hintergründe erfuhren die Angehörigen der Besatzung über Jahrzehnte nichts über deren Verbleib. So berichtete der Sohn des Piloten Alvar Älmeberg nach der Bergung, seine Mutter habe bis zu ihrem Tod 2001 fest daran geglaubt, dass ihr Mann nach Sibirien deportiert worden sei und eines Tages heimkommen werde. "Es ist sehr, sehr gut, dass nun endlich alle Hinterbliebenen Klarheit bekommen können", sagte Roger Älmeberg an Bord des U-Boot-Bergungsschiffes "Belos", auf dem das Flugzeugwrack zu einer Marinestation bei Stockholm gebracht werden soll. Marinesprecher erklärten, dass die Identifizierung der im Wrack vermuteten Überreste mit moderner DNA-Technik möglich sei. Das Wrack war im letzten Jahr von Privattauchern geortet worden.

Quelle: n-tv.de