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Milliarden Steuerausfälle DIW setzt Prognose hoch

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet milliardenschwere Steuerausfälle und ein Staatsdefizit nahe der Maastricht-Obergrenze von drei Prozent. Insbesondere die Körperschaftssteuer habe enttäuscht.

Das DIW prognostiziert für das Jahr 2002 einen Anstieg des Staatsdefizits gegenüber dem Vorjahr um zehn Mrd. auf 57 Mrd. Euro. Die Steuereinnahmen werden in diesem Jahr um 0,5 Prozent auf 444 Mrd. Euro erneut sinken.

"Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das Staatsdefizit in diesem Jahr die Grenze von drei Prozent erreicht oder sogar geringfügig überschreitet", hieß es. Hierbei sind die Auswirkungen der Flutkatastrophe noch nicht berücksichtigt.

Entgegen Berechnungen des Arbeitskreises Steuerschätzungen vom Mai bedeutet dies Mindereinahmen in Höhe von 10,5 Mrd. Euro in diesem Jahr. Im kommenden Jahr werden fast elf Mrd. Euro weniger verbucht. Grund sind den Angaben der DIW-Experten zufolge der Anstieg der Steuereinnahmen um lediglich "reichliche vier Prozent". Damit wird das Defizit auf 45 Mrd. Euro zurückgehen.

Als enttäuschend bewerten die Wirtschaftsexperten den Verlauf der Körperschaftsteuer. "In den ersten sieben Monaten dieses Jahres haben die Finanzämter in Westdeutschland 1,5 Mrd. Euro mehr ausgezahlt als sie eingenommen haben ", teilte das DIW in seinem Wochenbericht mit. Selbst wenn sich die schlechte Gewinnsituation bei Kapitalgesellschaften stabilisieren würde, muss man mit einem Aufkommen von drei Mrd. Euro rechnen. Im Vergleich zur Prognose des Arbeitskreises Steuereinnahmen bedeute dies Mindereinnahmen von fast 5,5 Mrd. Euro. Für 2003 sagt das DIW ein Aufkommen von zehn Mrd. Euro voraus.

Quelle: ntv.de