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Kleinaktionäre protestieren DaimlerChrysler-Führung droht Verweigerung der Entlastung

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) und die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) wollen der Führung von DaimlerChrysler auf der Hauptversammlung am 11. April die Enlastung verweigern. Das haben beide Vereinigungen am Donnerstag mitgeteilt.

Die DSW bemängelt in erster Linie die aggressive Vorgehensweise bei der Durchsetzung strategischer Ziele. Auf mögliche Risiken sei zu dem nicht hingewiesen worden. So sei Chrysler bei einer schlechteren Automobilkonjunktur ein Sanierungsfall. Auch die Beteiligung an Mitsubishi würde mehr Restrukturierungskosten verursachen, als Gewinne einzufahren.

Nach Ansicht des SdK spricht gegen eine Entlastung des Aufsichtrsrats die katastrophale Bilanz der Fusion mit Chrysler. Der Börsenwert des Unternehmens sei im Vergleich zu der Zeit vor der Fusion um rund 50 Prozent gefallen. Außerdem habe man die Problematik verschleppt. Das Sanierungskonzept vom Februar 2001 sei deutlich zu spät entwickelt worden. Damit habe der Aufsichtsrat seiner Überwachungsfunktion nicht wahrgenommen.

Eine Stellungnahme von DaimlerChrysler wurde bisher nicht bekannt.

Als Entlastung wird die Billigung der Geschäftsführung einer AG bezeichnet. Eine Verweigerung der Entlastung kann den Aufsichtsrat zur Abberufung von Vorstandsmitgliedern berechtigen und für betroffene Aufsichtsratsmitglieder Grund zur fristlosen Kündigung gegenüber der AG sein.

Quelle: ntv.de