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Golfkriegssyndrom Deutsche Firmen angeklagt

US-Veteranen des Golfkrieges von 1991 haben in den USA elf internationale Unternehmen der chemischen Industrie sowie 33 Banken auf Schadenersatz verklagt - darunter auch deutsche Firmen. Die Unternehmen trügen Mitschuld am Golfkriegssyndrom, weil sie in den 80er Jahren den Aufbau des irakischen Chemiewaffenprogramms unterstützt hätten, erklärte der Anwalt Gary Pitts vor dem Bundesgericht in New York.

Die 16 Kläger machten geltend, dass sie im Irak mit Giftstoffen in Berührung kamen, die bei der Bombardierung von Produktionsanlagen frei gesetzt wurden. Pitts zufolge hätten die Firmen und Banken dem Regime Saddam Husseins durch die Lieferung von Ausrüstungen und Materialien für die Herstellung chemischer Kampfstoffe sowie durch die Kreditfinanzierung für deren Import bei der Aufrüstung mit Massenvernichtungswaffen geholfen.

Geld für Gift sollen viele gezahlt haben

Grundlage für die Sammelklage waren Dokumente, die der Irak Anfang des Jahres an die UN-Waffeninspekteure übergeben hatte. Die verklagten Unternehmen hätten ihre Hauptsitze in Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Japan, Kuwait und Pakistan, berichtete der Sender CNN. Namentlich wurden in US-Medien unter anderem die Deutsche Bank, die Banca Nazionale del Lavoro, Barclays Bank und Credit Lyonnais genannt.

Den Geldinstituten wird vorgeworfen, dem Saddam-Regime durch Kredite und Zahlungsbürgschaften den Import der Ausrüstungen ermöglicht zu haben. Zusammen mit den Lieferanten hätten sie "große Profite gemacht, indem sie Saddam Hussein halfen, Nervengas und Senfgas herzustellen", erklärte Anwalt Pitts. Die konkrete Höhe der Schadenersatzforderung wurde bisher nicht genannt.

Der Schaden jedenfalls ist hoch. Unter dem mysteriösen Golfkriegssyndrom leiden Zehntausende der Veteranen. Ermüdungserscheinungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel- und Ohnmachtsanfälle sowie Hautausschläge stehen auf der langen Liste der Beschwerden. Sogar Gedächtnisausfälle und Persönlichkeitsveränderungen treten im Endstadium auf. Auch Todesfälle soll es schon viele gegeben haben.

Quelle: ntv.de