Archiv

Umschuldung Deutsche Telekom begibt Milliarden-Anleihe

Die Deutsche Telekom hat erneut eine Milliarden-Anleihe begeben. Wie es hieß, werde der so genannte Jumbo Bond in zwei Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten (fünf und zehn Jahre) aufgelegt. Insgesamt beschafft sich die Telekom damit einen Kredit von acht Mrd. Euro.

Der Konzern, der bereits im vergangenen Jahr mit der größten je emittierten Unternehmensanleihe von sich reden gemacht hatte, kündigte diesen Schritt schon Anfang Juni an. Als federführende Banken im Zusammenhang mit der Emission waren die Deutsche Bank, JP Morgan sowie BNP-Paribas genannt worden.

Optimierung der Kapitalstruktur

Mit der Begebung der Anleihe strebt die Deutsche Telekom in erster Linie Zinsersparnisse und eine Optimierung ihrer Kapitalstruktur an. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte am Montag gegenüber n-tv.de, die Anleihe diene nicht der Finanzierung neuer Projekte, so dass die Nettoverschuldung des Unternehmens durch die Emission nicht erhöht werde.

Während eine Reihe von Rating-Herabstufungen im vergangenen Jahr das Klima an den Anleihemärkten für Telekom-Dienstleister spürbar rauer werden ließen, ist das Marktumfeld nun wieder freundlicher. Die Telekom war bisher die einzige der großen europäischen Telefongesellschaften, die 2001 noch nicht die internationalen Kapitalmärkte in Anspruch genommen hatte. Nach Auffassung von Branchenkennern wird die Telekom-Emission zugleich die letzte große Anleihenemission eines europäischen Telekommunikationsunternehmens in diesem Jahr sein.

Großes Investoreninteresse

Die Roadshow im Vorfeld der Emission war am vergangenen Freitag zu Ende gegangen. Da die Anleihe eine deutlich höhere Gewichtung der Deutschen Telekom innerhalb der Indizes für Unternehmensanleihen zur Folge haben wird, ist dem Papier eine hohe Nachfrage seitens institutioneller Investoren garantiert. Anleger kennen das Phänomen auch von den Aktienmärkten: Wird ein Titel in einen bestimmten Index aufgenommen, so müssen Investmentfonds, die den jeweiligen Index abbilden, entsprechende Stückzahlen erwerben.

Im Lehman Brothers Index für Euro-Unternehmensanleihen werden Telekom-Papiere nach der Emission beispielsweise mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent vertreten sein.

Vertrauensbildende Maßnahmen

Das Vertrauen der Investoren in die Telekom-Bonds dürfte in der vergangenen Woche noch einmal entscheidend gestärkt worden sein. Gehard Mischke, Treasurer des Unternehmens, betonte gegenüber der "Börsen-Zeitung", man wolle auf jeden Fall das aktuelle Rating halten. Bis Jahresende 2002 solle die Nettoverschuldung von derzeit 69 Mrd. Euro auf 50 Mrd. Euro reduziert werden. Damit würde die von der Rating-Agentur Standard & Poor's aktuell mit A-minus bewertete Telekom die für diese Kategorie verlangten Finanzrelationen einhalten.

Potenzielle Investoren rechnen damit, dass die Ausstattung der neuen Anleihe auch einen Schutz gegen Rating-Herabstufungen enthalten wird. Bereits bei ihrer letzten großen Bond-Emission im Wert von 14,6 Mrd. US-Dollar vor einem Jahr hatte die Telekom diesen Weg gewählt. Damals war das Papier über die gesamte Laufzeit hinweg mit einem Kupon ausgestattet worden, der um 0,5 Prozent steigt, falls die beiden Agenturen Standard & Poor's und Moody's ihre Ratings auf Kategorien unterhalb eines A-Ratings herabstufen sollten.

Quelle: n-tv.de