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Tod am Plattensee Deutscher Bus von Zug zerschmettert

Bei einem schweren Busunglück in Ungarn sind 33 deutsche Urlauber ums Leben gekommen. Sie befanden sich in einem Bus, der auf einem Bahnübergang von einem Zug erfasst wurde. Dabei kam auch der Busfahrer ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt.

Das Drama ereignete sich am Donnerstagmorgen in Siofok am Plattensee, rund 100 Kilometer südwestlich von Budapest.

In dem mit 38 Personen besetzten Bus befanden sich Reisende aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Sie kamen laut Polizei unter anderem aus Flensburg, Kiel, Diepholz und Osterholz. Nach Informationen des Deutschen Bustouristikverbandes hatten die Urlauber ihre Reise bei dem kleinen niedersächsischen Veranstalter Maxim Reisen in Cloppenburg bei Oldenburg gebucht. Der Bus wurde bei dem Unternehmen Ursel Reisen in Löhne in Westfalen gechartert.

Ursel Reisen bestätigte, dass es sich um eines seiner Fahrzeuge handelte. Der Bus hatte die Reisenden vom Hotel Magisztern in Siofok abgeholt und sollte sie zum Frühstück in ein Restaurant in der Umgebung bringen.

Warnsignale übersehen

Offenbar hatte der Busfahrer die rot aufleuchtenden Warnsignale an dem unbeschrankten Bahnübergang übersehen. Das berichteten jedenfalls Augenzeugen. Sie saßen in ihren Autos auf der anderen Seite des Gleises, sie hatten wegen des Signals angehalten und mussten erschrocken mit ansehen, wie der Bus die Gleise überfuhr und von dem Zug erfasst wurde.

Der entgleisende Zug zerriss den Bus in zwei Teile und schleifte einen Teil noch 150 Meter weit mit. "Es bietet sich ein Bild des Schreckens", sagte Polizeisprecher Laszlo Gelencser.

29 Menschen starben sofort am Unfallort, fünf im Krankenhaus bzw. auf dem Weg dorthin. Der Lokführer wurde verletzt.

Am Unfallort waren dutzende Krankenwagen und vier Hubschrauber im Einsatz. Die Rettungskräfte rechnen damit, dass sich die Zahl der Toten noch erhöhen könnte. Die deutsche Botschaft in Budapest richtete einen Krisenstab ein. Die ungarische Regierung sprach der Bundesregierung und den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

Bundeskanzler Gerhard Schröder kondolierte ebenfalls den Angehörigen. Der Kanzler habe die Nachricht mit Trauer und Bestürzung aufgenommen, teilte Regierungssprecher Bela Anda in Berlin mit. Schröder wünschte zugleich den Verletzten baldige Genesung.

"Für eine Bewertung des tragischen Unfalls ist es noch zu früh", sagte der Präsident des Deutschen Bustouristikverbands, Richard Eberhardt. Von der Statistik her sei Busfahren die sicherste Reisemöglichkeit.

Angehörige der Reisenden in Ungarn können sich über die Hotline 030/5000-1000 mit dem Auswärtigen Amt in Verbindung setzen.

Quelle: ntv.de