Archiv

In Kolumbien verschleppt Deutscher unter Entführten

In Nordkolumbien sind acht ausländische Touristen, darunter ein Deutscher, auf dem Weg zu einer Ruinenstätte entführt worden. Die Gruppe war am Freitagabend auf dem Weg zur "Ciudad Perdida", der verlorenen Stadt, als sie von Guerilleros verschleppt wurde. Hinter der Geiselnahme vermutet die kolumbianische Regierung die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC).

Die Touristen wurden in der Sierra Nevada, rund 750 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bogota verschleppt. Neben dem Deutschen gehörten vier Israelis, zwei Briten und ein Spanier zur Reisegruppe. Der zunächst ebenfalls als Geisel genommene Reiseleiter wurde später freigelassen und informierte die Polizei.

Ursprünglich hatten sich 15 Touristen auf dem Weg nach Ciudad Perdida gemacht, die sich dann in zwei Gruppen aufteilten. Die sieben anderen Touristen blieben unversehrt. Suchtrupps der Armee durchkämmten das Gebiet, wie ein Militärsprecher erklärte.

Geiselnahme als Einkommensquelle

Die FARC ist die größte Rebellenorganisation in Kolumbien und kämpft seit fast 40 Jahren gegen die Regierung in Bogota. In dem südamerikanischen Land werden jedes Jahr fast 3.000 Menschen entführt. Für die meisten dieser Geiselnahmen wird die FARC verantwortlich gemacht, die sich unter anderem mit der Erpressung von Lösegeld finanziert.

Auswärtiges Amt eingeschaltet

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin tagte unterdessen tagte der Krisenstab für das südamerikanische Land. Auch die Deutsche Botschaft in Bogot sei eingeschaltet worden, hieß es am Montag im AA. Die Botschaft stehe in engem Kontakt zu den kolumbianischen Behörden und den Auslandsvertretungen der anderen betroffenen Länder. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Quelle: n-tv.de