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Militärbasen im Irak Die USA wollen bleiben

Die USA planen einem Zeitungsbericht zufolge eine langfristige Militärbeziehung mit dem Irak. Die US-Streitkräfte wollten nach dem Krieg vier Militärstützpunkte in dem Land weiter nutzen, berichtet die "New York Times". Das Pentagon hoffe darauf, mit einer neuen irakischen Regierung darüber verhandeln zu können. Eine der Basen solle in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad ausgebaut werden, andere im Süden, Westen und Norden des Iraks.

Unter Berufung auf Regierungskreise schreibt das Blatt weiter, als Modell für die amerikanischen Pläne diene Afghanistan. Je nach dem Stand der Beziehungen mit der künftigen irakischen Regierung habe das US-Verteidigungsministerium unterschiedliche Pläne. So könne es sich im günstigsten Fall um eine reguläre Militärpräsenz handeln, im ungünstigsten um die Möglichkeit, dass sich die USA lediglich bei einer Krise in dem Land eine Zugangsberechtigung sicherten.

Iran umringt

Militärexperten sprachen von einer erstaunlichen Entwicklung. Zusammen mit den Stützpunkten in Afghanistan hätten die USA ihre Präsenz in der Region erheblich ausgebaut. Der Iran wäre damit praktisch umringt, US-Truppen stünden zudem unmittelbar vor der Grenze zu Syrien.

Der führende irakische Oppositionspolitiker Ahmad Chalabi sagte, die US-Soldaten sollten bis zu den ersten demokratischen Wahlen im Irak bleiben. "Ich glaube, dieser Prozess könnte zwei Jahre dauern", erklärte der pro-amerikanische Politiker gegenüber dem US-Sender ABC.

"Alle Iraker müssen profitieren"

Der oberste US-Verwalter im Nordirak, General a.D. Bruce Moore, versicherte vor der Nationalversammlung Kurdistans in Irbil, dass sein Amt für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe keine provisorische Regierung darstelle. Vielmehr werde das Amt bald eine beratende Funktion übernehmen und schließlich wieder abziehen. "Die Verwaltung der grundlegenden Zivilversorgung wird so bald wie möglich an Irak übergehen", sagte Moore.

Moore betonte vor den Vertretern der autonomen kurdischen Region, die USA würden es keiner Gruppierung erlauben, sich der natürlichen Ressourcen des Landes zu bemächtigen. Alle Iraker müssten von den Einkünften aus der Erdölförderung profitieren. Der 1992 gewählten kurdischen Nationalversammlung gehören Abgeordnete der Patriotischen Union Kurdistans (PUC), der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) und der christlichen Minderheit Nordiraks an.

Ölbranche berät

Die neue Zivilverwaltung von Bagdad nimmt nach den Worten von Verwaltungschef Mohammed Mohsen el Subaidi allmählich Gestalt an. Die Angehörigen der 22 Komitees, die in den vergangenen Tagen für den Wiederaufbau der Infrastruktur und andere drängende Probleme gebildet wurden, könnten schon am Montag ihre Arbeit aufnehmen. Dazu gehöre auch, dass sie Anfragen oder Beschwerden der Bevölkerung entgegennähmen.

Im irakischen Ölministerium in Bagdad traten ranghohe Vertreter der irakischen Ölbranche und US-Militärvertreter zu Beratungen über die Wiederaufnahme der Förderung zusammen. Die Produktion war vor rund einem Monat auf Grund der US-geführten Angriffe auf den Irak unterbrochen worden.

Quelle: ntv.de