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Entertainer und Schlagerfreund Dieter Thomas Heck wird 65

Die "ZDF-Hitparade" hat ihn berühmt gemacht: Dieter Thomas Heck hat die bekannte Musiksendung im Zweiten Deutschen Fernsehen erfunden und 15 Jahre lang moderiert. Doch darauf beschränken wollte sich Heck nie. "Ich bin dafür bekannt, dass ich äußerst vielseitig bin", sagt der im badischen Lauf (Ortenaukreis) lebende Entertainer über sich selbst. Am 29. Dezember feierte Heck seinen 65. Geburtstag. An den Ruhestand denkt er aber noch lange nicht.

"In meinem Pass steht zwar, dass ich 65 Jahre alt bin. Aber ich fühle mich viel jünger", sagt Heck, der in Flensburg geboren wurde und mit bürgerlichem Namen Carl Dieter Heckscher heißt. Auf seine langjährige Tätigkeit für Radio und Fernsehen ist Heck stolz. Denn dort gilt er mittlerweile als Urgestein. Doch auf seinen Erfolgen ausruhen will sich der für sein schnelles Sprechtempo bekannte Moderator nicht. Auch 2003 wird Heck für das ZDF zahlreiche Abendsendungen moderieren, zum Beispiel die Show "Melodien für Millionen", die Verleihung der Goldenen Stimmgabel sowie eine Benefiz-Gala für die Deutsche Welthungerhilfe. Zudem ist eine Sendung zu Gunsten des Kuratoriums ZNS geplant, durch die Unfallverletzte mit Schäden am Zentralen Nervensystem unterstützt werden sollen.

Noch immer Lampenfieber

Trotz seiner jahrzehntelangen TV-Erfahrung: Noch vor jedem Auftritt leidet Heck nach eigenem Bekunden unter heftigem Lampenfieber. Die innerliche Unruhe vor dem Start einer Sendung habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Er selbst sieht das Lampenfieber als Respekt vor seinem Publikum. "Wenn ich dieses Lampenfieber nicht mehr spüre, dann weiß ich, dass ich aufhören muss", sagt Heck. "Die Menschen vor den Bildschirmen haben ein Recht darauf, Sendungen nach ihrem Geschmack zu sehen." Er verstehe sich daher als Anwalt seiner Altersklasse und erteilt dem "Jugendwahn" im Fernsehen eine klare Absage. "Auch die, die älter als 40 sind, sollen sich amüsieren dürfen."

Hecks Berufsleben begann 1957 in Hamburg. Dort arbeitete er vier Jahre lang als Autoverkäufer, was er im Rückblick als gute Schule für seine spätere Showmaster-Tätigkeit bezeichnet. 1961 wurde Heck in der TV-Nachwuchssendung "Toi-toi-toi" von Peter Frankenfeld als Sänger entdeckt. Er begann im gleichen Jahr beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden als Sprecher und arbeitete bei Radio Luxemburg als Disc-Jockey. Einem großen Fernsehpublikum wurde er schließlich als Moderator der "ZDF-Hitparade " bekannt. Er moderierte die populäre Musiksendung 183 mal, von Anfang 1969 bis Ende 1984.

Denkt noch nicht an's Aufhören

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Hitparade hielt Heck dem Schlager die Treue - als Produzent, Texter, Sänger und als Moderator. Er stand für die Sendungen "Melodien für Millionen", "Musik liegt in der Luft", "Die Super-Hitparade " (alle ZDF), für die "Deutschen Schlagerfestspiele" oder "Die Schlagerparade der Volksmusik" (ARD) vor der Kamera. Und er arbeitete weiterhin als Radiomoderator. Er präsentierte die Südwestfunk-Sendungen "Vom Telefon zum Mikrofon" und "Gute Laune aus Südwest". Noch heute setzt er sich ins Radiostudio. Jeden Sonntag führt er durch das Programm von MDR 1 Radio Thüringen. Zuletzt dachte Heck auch über eine Neuauflage der "Hitparade" in neuer Form und anderem Moderator nach.

In eine Schublade will sich Heck nicht stecken lassen. Er moderierte im Fernsehen auch Rätselshows wie "Die Pyramide", "4 gegen 4" oder "Ihr Einsatz bitte...". Heck war aber ebenso als Schauspieler tätig. Im "Tatort" mimte er einen zwielichtigen Polizeichef. Und er spielte in den Fernsehserien "Praxis Bülowbogen", "In aller Freundschaft" und "Caf Wernicke" mit. Die Schauspielerei will der umtriebige Heck in den kommenden Jahren weiter ausbauen. "Dieser Bereich ist bislang leider zu kurz gekommen", sagt er. Neben Fernsehrollen reize ihn das Theater. Am liebsten würde er würde er im Stück "Des Teufels General" auf der Bühne stehen.

Seit 1986 bewohnt Heck gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Ragnhild in Lauf das zweistöckige Barockschloss Aubach. Dort ist auch seine Produktionsfirma untergebracht. Seinen Geburtstag wird Heck fernab des Rampenlichts in den Schweizer Bergen feiern. Mit dabei sind auch seine beiden Söhne Rolf-Nils (40), Thomas-Kim (35) sowie Tochter Saskia (27).

Von Jürgen Ruf, dpa

Quelle: n-tv.de