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"Balkanspezialist" beim BND Doppelagent angeklagt

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat einen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) wegen Spionage für einen osteuropäischen Geheimdienst angeklagt. Der 64-Jährige, der im Oktober nach einer Durchsuchung seiner Münchener Wohnung aufgeflogen war, habe die Aktivitäten gestanden, teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mit. Ihm solle nun vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht der Prozess gemacht werden.

Der Mann, der bis 2001 beim BND für Osteuropa zuständig war und dann einen anderen Aufgabenbereich bekam, soll in den vergangenen beiden Jahren einer Mitarbeiterin eines osteuropäischen Nachrichtendienstes in München geheime dienstliche Unterlagen übergeben haben. Er ist inzwischen gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß.

Der Mann galt den Angaben zufolge beim BND lange Jahre als "Balkan-Spezialist". Trotz der Übernahme anderer Aufgaben habe er den Kontakt zu der Frau aufrecht erhalten, hieß es. Für welches Land sie arbeitete, teilte die Bundesanwaltschaft nicht mit. Früheren Angaben aus Sicherheitskreisen zufolge handelte es sich um den bulgarischen Nachrichtendienst. Die Sache gilt politisch als heikel, weil Bulgarien 2007 der Europäischen Union beitreten will.

Quelle: n-tv.de