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BP macht ersten Schritt E.ON gibt Veba Öl ab

Die anstehende Benzinfusion zwischen Aral und BP nimmt weiter Form an. Wie im Sommer 2001 vereinbart, wird BP Anfang Februar mittels einer Kapitalerhöhung 51 Prozent und damit die Mehrheit an der Aral-Mutter Veba Öl übernehmen. Dies teilte die bisherige Mehrheitseigentümerin von Veba Öl, E.ON, mit.

Dank dieser Transaktion könnten Veba Öl und Aral zügig die Partnerschaft mit BP realisieren, erklärte E.ON. Doch für den Energiekonzern hat die Abgabe von Veba durchaus auch ihre Vorteile. So kann E.ON zum einen ihre angekündigte Fokussierung auf das Kerngeschäft Energie fortsetzen, zum anderen spült die Abgabe der Mehrheitsanteile rund 1,9 Mrd. Euro an Gesellschafterdarlehen zurück in die Kassen des Konzerns.

Im April diesen Jahres kann E.ON dann eine Option zum Verkauf der restlichen 49 Prozent von Veba Öl an BP ausüben. Hierfür wurde im vergangenen Sommer ein Preis von 2,8 Mrd. Euro zuzüglich etwaiger Kaufpreisanpassungen vereinbart.

Diese Klausel kommt jetzt zum Tragen, denn Veba Öl hat für die Benzinfusion ihre Explorations- und Förderaktivitäten vollständig an Petro-Canada verkauft. Dabei erzielte Veba einen Kaufpreis von rund 2,4 Mrd. Euro, deutlich mehr als vorher erwartet. Dementsprechend kann sich E.ON bei der Ausübung der Put-Option auf einen Erlös vom 3,3 Mrd. Euro freuen, rund 500 Mio. Euro mehr, als zuvor erwartet.

Unklar ist noch inwieweit der vom Bundeskartellamt untersagte Einstieg E.ONs bei Ruhrgas von der Transaktion tangiert wird. Die Abgabe von Veba an BP ist Teil einer Vereinbarung vom Juni vergangenen Jahres, zu der auf der anderen Seite die Übernahme von 51 Prozent der Gelsenberg und damit der 25,5 prozentigen Ruhrgas-Beteiligung durch E.ON gehört. BP-Sprecherin Claudia Braun wies gegenüber n-tv darauf hin, dass die bislang in einem Atemzug genannten Geschäfte von den Unternehmen als getrennte Optionen gesehen werden. BP ist nach den Worten der Sprecherin nicht aktiv in das weitere Vorgehen um die Ministerentscheidung zum Ruhrgas-Fall involviert. Hier sei es allein an E.ON, entsprechende Schritte zu unternehmen.

Quelle: ntv.de