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Kurs Europa E.ON legt Übernahmeangebot für Powergen vor

Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON setzt seinen Fuß auf britischen Boden. Das Unternehmen legte nun ein Übernahmeangebot für Powergen vor. E.ON bietet 765 Pence oder 12,19 Euro je Powergen-Aktie. Insgesamt beträgt der Kaufpreis für 100 Prozent des Eigenkapitals von Powergen 8,2 Mrd. Euro.

Der Firmenwert des britischen Versorger liege einschließlich der Schulden bei 15,3 Mrd. Euro, teilte E.ON mit. Der Vorstand von Powergen habe das bedingte Übernahmeangebot begrüßt und zur Annahme empfohlen, hieß es weiter. Ein endgültiges Angebot soll nach Erfüllung aller behördlicher Voraussetzungen abgegeben werden.

Die Übernahme von Powergen soll bis 2002 abgeschlossen werden. Doch bereits im Jahr der Übernahme erhofft sich E.ON vom Neuzukauf eine signifikante Ergebnisverbesserung.Gemeinsam mit Powergen werde man auf Platz zwei unter den weltgrößten Energiedienstleistern vorrücken, erklärte der Düsseldorfer Konzern. Zusammen komme man auf 323 Mrd. Kilowattstunden und 30 Mio. Strom- und Gaskunden.

Internationale Zukäufe geplant

Die Übernahme von Powergen wäre der erste große Zukauf der E.ON AG nach der Fusion von Veba und Viag. Doch damit scheint die Akquisitionsfreude des Energiekonzerns noch lange nicht ausgeschöpft zu sein. E.ON will auch weiterhin international expandieren.

In Schweden läuft bereits ein Übernahmeangebot für den Versorger Sydkraft. E.ON hält hier bereits 40 Prozent und strebt die Mehrheit an. Mit der amerikanischen Powergen-Tochter LG &E hat E.ON eigenen Angaben zufolge bereits den ersten Schritt auf den US-Markt getan. Ziel sei es, auch in den USA eine führende Position zu übernehmen, erklärte E.ON-Chef Ulrich Hartmann. Gerüchten zufolge hat E.ON auch den spanischen Markt im Visier.

Der Geldbeutel für die Einkaufstour ist nach Unternehmensangaben ausreichend gefüllt. Powergen könne beispielsweise aus vorhandener Liquidität und Kreditlinien finanziert werden. Erst vor kurzem hatte Hartmann erklärt, über eine "Kriegskasse " in zweistelliger Milliardenhöhe zu verfügen. Experten schätzen einen Finanzierungsspielraum zwischen 30 und 40 Mrd. Euro.

Konzentration auf Energiedienstleister

Doch nicht nur Einkäufe stehen auf dem Strategiepapier des Düsseldorfer Unternehmens. Mittelfristig will sich E.ON von der in der Degussa AG gebündelten Chemiesparte trennen. Der Konzern hält knapp 65 Prozent an Degussa. Die Trennung soll jedoch frühestens in drei bis fünf Jahren erfolgen.

Zudem soll auch das in der Tochter Viterra zusammengefasste Immobiliengeschäft veräußert werden. Die bereits bekannten Verkaufspläne für die Töchter VAW Aluminium, Klöckner & Co, Stinnes MEMC und Veba Oel wurden von E.ON nochmals bestätigt. Die Erlöse sollen der weiteren Expansion zugute kommen.

Quelle: ntv.de